Energiewende auf dem Eis: Hannover's innovative Stadionsanierung - KMG Network GmbH

Shownotes

Stellen Sie sich mal vor, Sie brauchen einen Kredit von rund einer Million Euro. Und das für ein Eisstadion, das dringend saniert werden muss. Genau vor dieser Herausforderung stand Kristina Mittrop-Griebler, Geschäftsführerin der KMG Network GmbH, beim traditionsreichen Eisstadion am Pferdeturm in Hannover. In dieser Episode erzählt sie, wie aus einer Eishockey-Zuschauerin eine Stadioneigentümerin wurde und welche Hürden es bei der Modernisierung zu überwinden galt.

Wir erfahren, wie die Sparkasse Hannover mit einem Millionenkredit zur Rettung der kritischen Kälteanlage beitrug und warum manchmal auch Banken mutig sein müssen. Eine Geschichte über Leidenschaft fürs Eis, unternehmerischen Mut und die Kunst, ein Stadion fit für die Zukunft zu machen.

Zu Gast: Kristina Mittrop-Griebler, Geschäftsführerin - KMG Network GmbH Eisstadion am Pferdeturm Hannover und Manuel Ruhkopf, Firmenkunden Berater - Sparkasse Hannover

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Skript: KMG: Das Geschäft mit dem Eis – auf dem Weg zur Klimaneutralität

O-TON: „…“

Jingle INTRO

Stellen Sie sich mal vor, sie brauchen einen Kredit von rund einer Million Euro.

Und dafür gehen Sie zu einer Bank, mit der sie vorher noch nichts zu tun hatten – also als völlig neuer Kunde.

Und zwar nicht als großes Unternehmen, sondern mit einem dann doch vergleichsweise eher kleinen Betrieb.

Wie schnell kriegen sie da wohl eine Zusage – wenn sie überhaupt eine bekommen?

In Hannover hat das zwei Wochen gedauert. Und darüber haben sich tausende Schlittschuhfans gefreut – und die Fans und die Mannschaft des Eishockeyclubs Hannover Indians genauso.

Denn im Eisstadion hätte es wohl ohne den Kredit wohl mindestens eine Saison lang kein Eis gegeben. Und Schlittschuhlaufen ohne Eis … naja, schwierig.

Damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts.

Jingle CLOSER

Im Rückblick war das schon eine ganz schöne Achterbahnfahrt, die Kristina Mittrop-Griebler da erlebt hat.

Seit zehn Jahren betreibt sie über die KMG Network GmbH zusammen mit ihrem Mann das Eisstadion am Pferdeturm. Dass sie von diesem Geschäft vorher überhaupt keine Ahnung hatte, und trotzdem gesagt hat „Klar, so ein Eisstadion zu betreiben, das finde ich toll, das machen wir“, dazu kommen wir noch später.

Und dass sie in den vergangenen zehn Jahren so manches erlebt hat, bei dem sie im stillen Kämmerlein vielleicht dann doch mal gedacht hat – Mamma Mia, wenn ich das gewusst hätte… – dazu kommen wir später auch noch.

Aber fangen wir doch mal direkt mit dem Kredit über rund eine Million Euro an. Der ist nämlich auch der Beginn der Beziehung von Kristina Mittrop-Griebler und der Sparkasse.

Das Schlimmste, was einem Eisstadion passieren kann? Es gibt kein Eis mehr! Genau das droht vor zwei Jahren im Winter. Die Kälteanlage, mit der die Eisfläche gekühlt wird, ist inzwischen zu alt und eindeutig so gut wie am Ende. Im Laufe der Saison fällt die Kühlung immer häufiger aus, so dass sich das Betreiber-Ehepaar sagt: So kann es in der nächsten Saison auf keinen Fall weiter gehen …

O-TON Griebler: „Dass wir gesagt haben, das ist viel zu gefährlich, dass man nachher Gefahr läuft, dass man ein Spiel nicht stattfinden lassen kann … oder wir haben Trainings ausfallen lassen müssen, weil die Anlage ausgefallen ist … und da hatten wir uns wirklich intensiv damit beschäftigt zu sagen, jetzt müssen wir das neu machen…“

Es findet sich nach ausgiebigem Vergleichen aller Möglichkeiten ein Unternehmen, dass eine neue Kälteanlage mit allem Drum und Dran einbauen soll. Da reden wir nicht nur einfach von einem etwas größeren Kühlgerät.

In der Halle muss unter anderem die komplette Eisfläche mit neuen Kühlleitungen ausgelegt werden, neue Banden inklusive und natürlich das Herzstück: Ein so genannter Adiabatik-Verflüssiger, der die 13.000 Liter Glykol im Kühlsystem auf die benötigte Temperatur bringt und hält.

Und wenn man so etwas schon neu macht, dann natürlich auch möglichst so effizient, dass man in Zukunft so klimaschonend wie möglich kühlen kann. Für mehr Nachhaltigkeit sorgen, das ist doch ein Argument, mit dem man punkten können müsste, denken sich die Betreiber des Eisstadions. Denn eines war ihnen bei dieser Investitionssumme klar: So viel Geld haben wir nicht flüssig. Wir brauchen einen Kredit.

O-TON Griebler: „Haben dann natürlich auch gesagt, dass wir eine Förderung haben möchten, weil wir ja in Richtung CO2-Neutralität geht… dann haben wir eine Förderung beantragt – man hatte uns erklärt, wir könnten einen KfW-Kredit erhalten – und sind dann zu unseren Hausbanken und haben nachgefragt, ob die den KfW-Kredit für uns in die Wege leiten…“

… und dann passiert das, womit die Chefin überhaupt nicht gerechnet hat. Drei verschiedene Banken, mit denen es schon jahrelange Geschäftsbeziehungen gab, spielen bei der KfW-Kreditvergabe nicht so einfach mit. Für die Finanzierung liegen weitere Bedingungen auf dem Tisch. Die aber seien für das Betreiber-Ehepaar nicht akzeptabel gewesen, erinnert sich Kristina Mittrop Griebler.

Sie vermutet, dass unter anderem die schlichte Genehmigung des KfW-Kredits an sich für die Banken in ihrem Fall finanziell einfach nicht attraktiv genug war. Und wenn sich dann nicht daneben noch andere Geschäfte machen lassen, könnte man möglicherweise auch kein großes Interesse haben, das Vorhaben durchzuwinken. Andere attraktive Finanzierungs-Alternativen bieten die Banken der KMG-Network aber auch nicht an.

Plötzlich haben sie also mit ihrem Eisstadion ein richtig großes Problem: Die alte Kälteanlage macht es nicht mehr zuverlässig. Eine neue könnte zwar kommen, aber die kauft man nicht aus dem Regal, sondern muss sie viele Monate vorher planen und rechtzeitig bestellen – und zwar bald. Aber das Geld dafür? Ist nicht da.

Über mehrere Ecken bekommen sie den Tipp, sich doch an die Sparkasse Hannover zu wenden – die könnten möglicherweise helfen.

Dort arbeitet Firmenkundenberater Manuel Ruhkopf. Und der erinnert sich noch sehr gut an diese nicht ganz alltägliche Situation. Denn auch zu ihm kommt nicht jede Woche ein bis dahin noch unbekanntes Ehepaar vorbei und sagt: Wir brauchen für unsere Firma mal eben eine Million Euro – und die Zusage dafür brauchen wir bitte möglichst in zwei Wochen. Denn unterm Strich war es genau das, was Ruhkopf zu hören bekam…

O-TON Ruhkopf: „Denen lief so ein bisschen die Zeit weg, denn zum einen musste die ganze Technik bestellt werden. Denn man kann sich ja vorstellen, so ein Eisstadion … ab September/Oktober beginnt da wieder die Saison, das heißt in den Sommermonaten muss dann da halt fleißig umgebaut werden. Das heißt, dieser zeitliche Strang, wo überhaupt gearbeitet werden kann, ist relativ klein. Und im gleichen Schritt – Preise sind explodiert – gab es auch nur einen gewissen Zeitraum, wo dieser Preis, der ausverhandelt war, dann auch fix war. Und als die Familie Griebler mit der KMG Network GmbH auf uns zukam, hatten wir halt ein relativ sportliches Programm. Denn ich glaub, es waren zwei Wochen … innerhalb von zwei Wochen musste zumindest eine Entscheidung getroffen werden … können wir uns das erst mal vorstellen zu begleiten … und natürlich unter welchen Bedingungen …“

Jetzt könnte man denken, klar, wenn die Grieblers Glück haben und ihnen sitzt da jetzt ein ganz großer Eishockey-Fan gegenüber … oder einer, der einfach selbst gerne auf dem Eis unterwegs ist … so jemand könnte ihnen dann schon mal gewogen sein und das ganze von vornherein mit einem positiven Blick betrachten.

Aber nix davon trifft zu. Ja, sagt Ruhkopf, er war schon mal Schlittschuhlaufen … und auch schon mal bei einem Spiel der Hannover Indians in der drittklassigen Eishockey-Oberliga Nord … aber von einem großen Eisfan ist er dann doch meilenweit entfernt. Jetzt hat er also im Februar 2023 eine kurzfristige und nach Stress klingende Anfrage auf dem Tisch …

O-TON Ruhkopf: „Das war natürlich auch für mich im ersten Moment sehr herausfordernd. Ich habe schnell gemerkt, nachdem ich die Anfrage bekommen habe, dass das einfach eine tolle Anfrage ist. Wir als Sparkasse Hannover machen uns ja auch stark für die nachhaltige Transformation in der regionalen Wirtschaft und dementsprechend war das natürlich ein Vorhaben – Austausch der Kühltechnik für die Aufbereitung des Eises, wo zukünftig 30 Prozent Energiekosten gespart werden können – dass ich gesagt habe, okay, das kriegen wir irgendwie innerhalb dieser kurzen Zeit hin. Denn das wollen wir als Sparkasse Hannover, aber auch ich eben unglaublich gerne begleiten.“

Und trotzdem klingt es auf den ersten Blick verblüffend, dass eine Bank sich auf ein solches Geschäft einlässt. Dazu muss man vielleicht aber auch verstehen, wer ihm da gegenübersitzt und um eine Million bittet. Zu diesem Zeitpunkt sind die Grieblers nämlich schon richtige Eisprofis.

Das war aber längst nicht immer so. Kristina Mittrop-Griebler ist in der Pfalz groß geworden – im kleinen Städtchen Pirmasens, ganz ohne Eisstadion. Eislauf gab es für sie im Winter nur, wenn der örtliche Weiher zugefroren war. 2001 kommt sie nach Hannover. Sie ist eigentlich gelernte Hotelfachfrau. Ihr Mann gründet in dieser Zeit ein Reiseunternehmen, in dem auch Kristina lange arbeitet.

Das Geschäft geht im Laufe der Jahre immer besser und der eine oder andere in der Stadt kennt inzwischen die Grieblers. Die Verbindung zum Eisstadion, in dem auch die Hannover Indians spielen, kommt dann aber doch eher zufällig.

O-TON Griebler: „Zufall insofern als dass man uns zugetragen hat, dass der e.V., der Verein und die erste Mannschaft gegebenenfalls in die Insolvenz gehen und wir eben gefragt wurden, ob wir uns in irgendeiner Form vorstellen können, uns zu beteiligen. In Worten: ob wir Geld geben können. Das wurde meinem Mann zugetragen und wir haben uns dann darüber unterhalten und ich hab gesagt, dieses Eisstadion hier in Hannover ist für mich persönlich etwas … meine Kinder haben hier Eislaufen gelernt. Wir waren ganz oft mit Freundinnen hier, damit die Kinder Spaß hatten – was sie dann auch hatten. Und als es uns dann zugetragen wurde, dass die Gefahr bestünde, dass es das nicht mehr gibt, war das für uns gar keine lange Zeit, die wir überlegen mussten zu sagen: Wir gucken, dass wir das unterstützen. Und haben dann eben unseren Betrag geleistet und haben dann dadurch Anteile an der Spielbetriebs-GmbH gewonnen. Und von Stund an waren wir dann auch Gäste beim Eishockey-Spiel.“

Sie waren aber nicht nur einfach Gäste. Man könnte wohl sagen: Das Eishockey-Fieber hat sie gepackt.

O-TON Griebler: „Das hat mich persönlich fasziniert. Das ist eine Stimmung, die ich gar nicht kannte. Das ist was anderes, als wenn man zum öffentlichen Lauf gekommen ist – da hat man Spaß mit den Kindern gehabt – aber bei dem Spiel … das spürt man einfach … da ist eine ganz besondere Stimmung – und das hat uns fasziniert.“

Dann aber überschlagen sich die Ereignisse fast so schnell, wie der Puck beim Spiel über die Fläche schießt. Im Laufe der Saison erfahren die Grieblers, dass das Traditionsstadion verkauft werden soll. Und nicht nur das. Es ist sogar die Rede davon, dass es verschwinden könnte, wenn sich niemand findet, der das Stadion weiter betreibt – eine Brauerei könnte zum Beispiel die Fläche dort gebrauchen, heißt es.

Ehe sich die Grieblers versehen, heißt es: Warum kauft Ihr das Stadion denn nicht? Und tatsächlich fängt das Ehepaar das Rechnen an … und sie überlegen … und rechnen … und überlegen wieder … kann das funktionieren?

O-TON Griebler: „Man bietet uns ja nicht an, kauft mal ein Eisstadion und wir sagen: Juchuu, jetzt haben wir ein Eisstadion. Sondern man muss ja erst mal überprüfen, was man da machen muss, was man noch investieren muss, wie die Zahlen sind … und das haben wir uns alles angeguckt und prüfen lassen … und haben dann gesagt, wenn das auch stimmt, dann kann man das machen … ja – und dann haben wir das gemacht.“

Im Jahr 2014 kommt es dann tatsächlich dazu, dass die Frau, die jahrelang mit ihren Kindern Eintritt fürs Eislaufen bezahlt hat und später dann als Zuschauerin beim Eishockey auf der Tribüne saß, plötzlich die Herrin über das Stadion ist. Denn ihr Mann betreibt weiterhin vor allem sein Reiseunternehmen und gewissermaßen könnte man sagen: Er hat ihr das Eisstadion geschenkt.

O-TON Griebler: „Ja … [lacht] … ja, nachdem wir uns entschieden haben, das zu machen, bin ich quasi auch aus unserem anderen Unternehmen arbeitstechnisch ausgeschieden und hab mich dann vollends hier um das Eisstadion gekümmert. Und von da an ist das mein Baby.“

Wie das mit Babys aber so ist: Wenn sie noch ganz klein sind, dann sind sie in den Augen der Eltern vor allem unglaublich süß und das Tollste auf der Welt. Mit der Zeit aber merkt man immer mehr, dass ein Baby auch eine ganze Menge Arbeit, Nerven und Kosten bedeuten kann. Selbst, wenn man sich vorher versucht, schlau zu machen – was einen wirklich erwartet, das weiß man als Eltern nicht. Und das ist vielleicht auch gut so.

Genauso ist es für Kristina Mittrop-Griebler auch mit dem Eisstadion, das inzwischen auch schon zehn Jahre ihr Baby ist. Denn das Stadion, das im Jahr 1959 erbaut wurde, ist zum Zeitpunkt der Übernahme an vielen Stellen längst in die Jahre gekommen.

O-TON Griebler: „Ich wusste nicht, auf was ich mich einlasse. Als wir das gekauft haben und dann gesehen haben, was wir gekauft haben und es klar war, dass wir etwas haben, was man eben auch sanieren muss – das hat man uns offen und ehrlich gesagt, nur wie es dann wirklich ist und was man sieht, das ist ja dann noch mal was ganz anderes. Und das habe ich nicht erwartet und ich wusste auch nicht wirklich, wie viel Arbeit dahinter steckt. Wenn man das erste Jahr dann macht, dann organisiert man sich ja und dann wird es natürlich immer weniger und man hat dann immer das Ziel: Was macht man nächstes Jahr? Und wir haben für uns praktisch gesagt, es gibt dieses, jenes und welches, was gemacht und was saniert werden muss … aber auch, was man positiv darstellen kann … wie verändern wir die Gastronomie, damit es auch für die Gäste ein bisschen schöner wird … oder man es einfach schöner machen will. Und gewusst habe ich das tatsächlich nicht – aber ich mir macht das wahnsinnigen Spaß.“

Der Spaß kostet allerdings auch. Die Grieblers nehmen im Laufe der Zeit viel Geld in die Hand. Die Waschräume werden zum Beispiel erneuert, Duschen, Toiletten … das Dach wird saniert… ein neues und leistungsstarkes Trafohäuschen muss her … oder auch neues Licht.

Denn viele Jahre erleuchten gasbetriebene Lampen das Eisstadion am Pferdeturm in Hannover. Die aber schalten sich nicht einfach auf Knopfdruck ein, sondern brauchen eine Vorwärmzeit … sind außerdem nicht so stark wie moderne Lampen … und verbrauchen viel Strom. Um Energie zu sparen und gleichzeitig mehr Licht zu bekommen, wollte die Chefin also auf LED-Beleuchtung umsteigen.

Im privaten Haushalt ist so ein Wechsel in der Regel sehr einfach. Im Eisstadion nicht. Denn erstens kann man nicht einfach die alten Lampen vom Strom nehmen, ohne zu wissen, ob die neuen wirklich so gut funktionieren, wie es geplant ist. Also müssen die alten so lange bleiben, bis die neuen betriebsbereit sind.

Das aber ist auch deshalb nicht so einfach, weil natürlich vorher ein Elektriker kommt, der sich das Ganze erst mal anguckt und dann unglücklicherweise feststellt:

O-TON Griebler: „Die Elektrik war veraltet. Und wenn man eine alte Elektrik hat … das wäre in einem Haus, was man kauft genauso – wenn man dem Elektriker sagt, bring mir mal in der Küche meine Küchengeräte an und der sieht, dass die Elektrik nicht mehr dem entspricht, was sie entsprechen soll, dann würde der auch sagen, das muss erst umgeändert werden. Und genauso ist es uns auch ergangen. Und somit haben wir nicht nur die Elektrik für die Lampen, sondern auch die Elektrik, die woanders hingeht, die von diesem Stromkasten ausgeht, komplett erneuert.“

Rund anderthalb Jahre dauert allein das Vorhaben, „mal eben“ die Beleuchtung im Stadion auszutauschen, erinnert sich Mittrop-Griebler. Statt der alten gasbetriebenen Lampen werden dann bei einem Heimspiel der Hannover Indians mehr als 3.000 Zuschauern zum ersten Mal die neuen LED-Strahler eingeschaltet, die zum Beispiel auch in riesigen Flugzeughangars eingesetzt werden.

O-TON Griebler: „Und als das Licht eingeschaltet wurde, nachdem die Einlauf-Show war, da kam ein Raunen durch die Menge … [schmunzelt] … und das habe ich sehr genossen.“

Ein ähnliches Gefühl erhofft sich die Chefin insgeheim auch, als sie noch im Jahr 2019 eine neue Eismaschine bestellt. Die alte ist so langsam ans Ende ihrer Tage gekommen, also soll eine neue her, die künftig über die Eisfläche fahren und für eine optimale Oberfläche sorgen soll. Kosten: rund 120.000 Euro. Ihren Eismeistern verrät sie davon nichts.

Denen wollte sie sagen, dass sie neues Mobiliar bestellt hat, die aber nur bis ans Tor geliefert werden können. Und statt neuer Möbel wäre dann aus dem Lkw eine neue Eismaschine gefahren – zur Freude der Eismeister.

O-TON Griebler: „Und als die Eismaschine dann ankam … das war an dem Tag, als Corona ausgerufen wurde. Hieß für mich: die kann ich jetzt erst mal in die Garage packen, weil an dem Tag eben auch wir die Anlage ausgestellt haben.“

Der anschließende Lockdown und die Zeit danach bedeutete aber nicht nur eine nagelneue Eismaschine, die nicht gebraucht wird, sondern natürlich vor allem, dass kein Geld mehr verdient werden konnte. Nach vielen Hürden, die es mit dem Eisstadion zu überwinden galt, noch eine weitere … und eine, mit der man noch viel weniger rechnen konnte.

Und Corona war noch nicht mal ganz vorbei, da folgte der Beginn des Ukraine-Kriegs und mit ihm die Energiekrise. Für ein Unternehmen, das einiges an Energie braucht, um unabhängig von den Außentemperaturen eine gute Eisfläche zu gewährleisten, ein weiterer Schlag.

O-TON Griebler: „Wir haben wirklich stundenlang drüber nachgedacht, wie man die Erhöhungen der Kosten wuppen kann. Dann denkt man über weitere Einsparungen nach, wie beispielsweise dass man – das war ja zeitgleich auch noch mit ein bisschen Corona – da hat man einfach die Duschen kalt gelassen. Und hat die Duschen nur noch dann angestellt, wenn die erste Mannschaft trainiert hat. Oder man hat die Heizung ganz runtergedreht. Wir haben wirklich viel getan. Wir haben auch eine neue Heizung bekommen … die ging ja dann auch in dem Jahr von Corona kaputt und die mussten wir komplett ersetzen, inklusive der Leitungen … und das hat uns dann wieder Geld gekostet, hat uns aber auch Energie gespart. Weil diese Maschine natürlich viel moderner war und vom Verbrauch her nicht so hoch ist. Aber wir haben wirklich an allen Stellen, wo man Energie sparen kann, Energie gespart.“

Seitdem Kristina Mittrop-Griebler sich um das Eisstadion von Hannover kümmert, ist also viel passiert. Die KMG-Network hat im Laufe der Jahre vieles saniert, damit sowohl der Eishockeyclub als auch die vielen tausend Menschen, die zum Eislaufen kommen, ein zukunftsfähiges Eisstadion bekommen. Mehr als eine Million Euro haben diese ganzen Sanierungen gekostet.

Als dann aber die Geschichte mit der kaputten Kälteanlage passiert, ist den Grieblers klar: Hier kommen wir mit eigenem Geld nicht mehr weiter und brauchen eine Bank, die uns bei der Finanzierung hilft.

Innerhalb von zwei Wochen kann Manuel Ruhkopf von der Sparkasse Hannover also das Projekt tatsächlich möglich machen und eine Zusage für einen Kredit über rund eine Million Euro geben – das hat er uns vorhin ja schon erzählt.

Er macht das möglich für einen Kunden, mit dem er bis dahin noch nichts zu tun hatte. Und für einem Kunden, der ihm erklärt, dass dessen Hausbanken ihn bei der Finanzierung haben abblitzen lassen. Vielleicht auch, weil sie keine richtige Vorstellung davon hatten, wie das Geschäftsmodell des Eisstadions funktioniert und auch unter der Belastung eines solchen Kredits nicht zusammenbrechen soll, vermutet Ruhkopf. Er aber hat sehr schnell den Eindruck, das kann alles funktionieren.

O-TON Ruhkopf: „Also dabei ist zum einen das Bauchgefühl ganz wichtig – wie ehrlich ist der Kunde zu uns.“

Deshalb tauschen sich er und die Grieblers intensiv über die Geschäftszahlen und auch über die vorangegangenen Gespräche mit den anderen Banken aus.

O-TON Ruhkopf: „Und da war relativ schnell klar, dass es nicht unbedingt an der Wirtschaftlichkeit liegt oder an unzureichenden Unterlagen, sondern es tatsächlich relativ schnell klar wurde, dass es schon eher … sagen wir mal fehlenden Marktkenntnissen lag. Also zu beurteilen, wie läuft das Geschäftsmodell ist das vielleicht auch… und unter dem Aspekt war es in dem Moment gar nicht so schwer zu sagen: Ich beschäftige mich jetzt intensiv mit dem Geschäftsmodell … und das haben wir relativ schnell auch hingekriegt, dass ich verstanden habe, wo lag die Problematik bei der Kreditanfrage der Hausbank lag … und dann natürlich mit der Zielsetzung, wie können wir das eventuell anders? Können wir das trotzdem machen? Auch wenn wir natürlich am Ende vor den gleichen Herausforderungen standen…“

Innerhalb kürzester Zeit sind viele Gespräche nötig und auch die Abläufe innerhalb solcher Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt werden, damit die neue Kälteanlage noch rechtzeitig bestellt werden kann. Der Firmenkundenberater hat bei der Angelegenheit schnell ein gutes Gefühl.

Dazu tragen einerseits die Grieblers bei, die ihm in den persönlichen Gesprächen ganz offen alle Karten auf den Tisch legen. Und zum anderen auch zeigen können, dass ihnen das Eisstadion wirklich am Herzen liegt und sie dafür auch schon vorher viel getan haben.

O-TON Ruhkopf: „Das Eisstadion am Pferdeturm wurde in den letzten Jahren … dort wurde schon viel investiert, damit das Gebäude eben so ist, wie es jetzt ist... gleichzeitig aber auch in die Zukunft investiert. Und da war dieser persönliche Kontakt ganz wichtig, um eben wirklich ein Gefühl zu kriegen – ja – wollen wir hier mutig sein?“

Ruhkopf und das Team der Sparkasse Hannover sind mutig und ermöglichen dem Eisstadion einen Kredit. Statt einer Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau – KfW – nutzen sie jetzt Fördermittel des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – BAFA … denn auch dort gibt es Förderprogramme für die energetische Modernisierung.

Kristina Mittrop-Griebler war es unterm Strich nicht so wichtig, WIE das ganze Projekt gefördert wird, sondern DASS es gefördert wird. Die Konditionen sind jetzt annähernd gleich wie sie und ihr Mann sich das ursprünglich vorgestellt hatten.

Und tatsächlich konnte dank der Zusage die Kälteanlage im Sommer 2023 dann auch wie erhofft eingebaut werden. Dabei wurde nebenbei auch die Eisfläche noch etwas verkleinert und auf internationales Eishockey-Maß gebracht – auch das spart noch mal etwas Energie. Und auch neue modernere Banden als bisher gab es im Zuge der Sanierung noch dazu.

Sanitäranlagen, Dach, Beleuchtung, Gastronomie, Eismaschine … und jetzt auch noch die Kälteanlage, ohne die es gar kein Eis geben würde – Mittrop-Griebler kann also langsam etwas durschnaufen und sich sagen: Wir haben schon eine Menge geschafft. Angesichts dessen schaut sie durchaus optimistisch in die Zukunft des Eisstadions am Pferdeturm

O-TON Griebler: „Also ich schaue sehr positiv in die Zukunft, denn – wie sie schon gerade gesagt haben – die meisten großen Baustellen haben wir schon abgearbeitet. Und es fällt immer wieder was an, ja, aber in der Größenordnung, die wir jetzt hatten, denke ich, das ist eine Größenordnung, die wird so nicht wiederkommen. Zumindest mal nicht in den nächsten 25 bis 30 Jahren. Und was die Energiepreise angeht, die regulieren sich auch so langsam wieder. Und wir können sagen, unsere Zuschauer und auch die, die zum öffentlichen Lauf kommen, sind mehr geworden. Von daher sehe ich das wirklich sehr positiv, dass man es in den nächsten Jahren so weiterführen kann, wie wir das die ganze Zeit gemacht haben und dass die Menschen, die gerne hierhinkommen auch weiter hierherkommen können – sowohl die Fans als auch die, die zum öffentlichen Lauf kommen.“

Unterm Strich ist also gerade rechtzeitig noch mal alles gut gegangen, ohne dass eine Eissaison ausfallen musste oder es möglicherweise sogar noch schlimmer hätte kommen können.

Auch für Manuel Ruhkopf war diese Geschichte alles andere als übliches Tagesgeschäft – einen solchen Zeitdruck möchte man auch gar nicht jeden Tag haben. Aber aus der erfolgreichen Zusammenarbeit für das Eisstadion in Hannover könne er sowohl für sich als auch für Kunden einiges mitnehmen, sagt der Firmenkundenberater.

O-TON Ruhkopf: „Also ich finde, das, was ich auf jeden Fall mitgenommen habe, ist auf jeden Fall: Dass man über alles sprechen sollte. Egal wie kurzfristig ein Vorhaben umzusetzen ist oder man vielleicht auch viel Zeit hat, aber andere Herausforderungen demgegenüber stehen. Dass man ehrlich kommuniziert und dass eben nicht nur aus Kundensicht, sondern auch aus meiner Sicht. Also ich hätte natürlich auch sagen können, puhhh, also zwei Wochen oder anderthalb Wochen, das wird nix. Sondern ich bin da offen umgegangen und hab gesagt, wir probieren das, wir versuchen kurzfristig eine Lösung zu finden. Das wär eben auch das, ja, was nehme ich mit oder was kann ich mitgeben … dass man sich jedes Vorhaben auf jeden Fall anschauen sollte und ehrlich eben miteinander kommuniziert. Da gehören viele Aspekte dazu. Und das kann ich nur empfehlen, wenn es Anfragen oder Vorhaben gibt, die vielleicht im ersten Schritt ein bisschen kompliziert wirken, wo man vielleicht auch als Kunde sagt, hmmmm, soll ich das wirklich an so eine Bank weitergeben? Einfach – lassen sie uns drüber sprechen. Und wenn wir eben erkennen, okay, da sind wir vielleicht am Ende nicht nur der falsche Partner, sondern wir können es nicht, dann haben wir natürlich auch als Sparkasse Hannover ein großes Netzwerk aus Verbundpartnern, wo wir dann auch dort noch mal nachfragen können, ob sowas vielleicht abzubilden ist. Und am Ende können wir eben, selbst wenn man nur miteinander spricht … vielleicht gibt’s darüber hinaus dann Akteure, mit denen wir vernetzen können. So dass am Ende dem Kunden geholfen wird und wir natürlich auch für die Entwicklung der Region wieder einen Beitrag leisten.“

Für Kristina Mittrop-Griebler war es ein Beitrag zum Glück – und zwar nicht nur zu ihrem eigenen Glück.

Denn den schönsten Moment des Jahres, den erlebt sie jedes Jahr aufs Neue, wenn der Sommer endlich langsam zu Ende geht. Dann spürt sie, dass sie über Monate etwas vermisst hat. Und das ist für sie nicht etwa der erste Gang oder die erste Fahrt übers Eis.

O-TON Griebler: „Der schönste Moment ist nicht, wenn ich in die Halle komme. Der schönste Moment ist, wenn der erste September kommt und die Kinder wieder hierher kommen zum Trainieren und die Pucks gegen die Scheibe schlagen [schmunzelt] … dieses Geräusch, das vermisse ich.“

Schön, dass sie auch dieses Mal wieder dabei waren. Noch ein paar weitere Infos zum Thema finden sie wie immer in unseren Shownotes.

Ich freue mich, wenn sie in der nächsten Folge wieder reinhören – in die spannende Geschichte eines weiteren Unternehmens.

Bis dahin, machen Sie’s gut.