Nachhaltig investieren: Die Transformation - Pröckl GmbH

Shownotes

In dieser Folge tauchen wir in die Welt des Unternehmens Pröckl ein, das über Generationen hinweg finanzielle und unternehmerische Herausforderungen gemeistert hat. Während wir ihren Weg von traditionellen Geschäftsmodellen zu modernen Ansätzen der Digitalisierung und Nachhaltigkeit verfolgen, wird auch die Bedeutung von E-Strom und grünen Initiativen in der aktuellen Geschäftswelt beleuchtet. Ein Muss für alle, die an der Schnittstelle von Finanzen, Tradition und Innovation interessiert sind.

Zu Gast: Christoph Pröckl, Kaufmännischer Leiter - Pröckl GmbH Hans Westermayer, Gebietsleiter Region Süd - Deutsche Leasing

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Skript: Pröckl

Jingle INTRO

Unternehmen können sich aus den unterschiedlichsten Gründen verändern.

Das ursprüngliche Geschäftsmodell wirft zum Beispiel nicht mehr genug Gewinn ab oder hat in absehbarer Zeit sogar überhaupt keine Zukunft mehr. Dann müssen rechtzeitig neue Standbeine her.

Manchmal sind es aber auch zuerst interne Veränderungen, die zu einer Transformation führen können. Beispielsweise auch, wenn ein Familienbetrieb in die nächste Generation übergeben wird.

So eine neue Generation hat manchmal auch neue Geschäftsideen – oder ihr sind Dinge wichtig, die bisher im Betrieb noch keine so große Rolle gespielt haben. Wie heutzutage die Digitalisierung oder die Nachhaltigkeit.

Das Unternehmen, in das wir heute Einblicke bekommen, hat schon mehrere solcher Generationswechsel erlebt und sich dabei auch verändert. Dort übernimmt gerade die inzwischen vierte Generation langsam das Ruder – und erste Veränderungen sind schon setzt zu erkennen.

Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts.

Jingle CLOSER

Es ist kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs. Der Dachdecker Johann Pröckl und seine Familie gehören zu den vielen Vertriebenen, die ihre Heimat und ihre Lebensgrundlage verloren haben. Sie landen im niederbayerischen Arnstorf. Dort gründet Johann 1947 einen Dachdeckerbetrieb – Schindeldächer sind sein Fachgebiet.

In den 60er Jahren übernimmt Sohn Gerthold nach dem Tod seines Vaters das Unternehmen. Jetzt werden Flachdächer eine der Erfolgsgeschichten aus dem Hause Pröckl. Und auch die ersten Fassadenkonstruktionen gehören bald zum Geschäft.

Ende der 1980er Jahre wiederum steigt mit Gert Pröckl die dritte Generations in den Familienbetrieb ein. Später dann auch noch sein Bruder Thomas. Die Firma investiert und expandiert. Es ziehen neue Ideen und Technologien ein. Zum Beispiel ein neues Planungsbüro mit CAD-Workstations oder computergesteuerte Präzisionsmaschinen für die Metallverarbeitung. Der Betrieb spezialisiert sich immer mehr auf Blechdachkonstruktionen und Fassadenprofile.

Und heute? Hat die Pröckl GmbH rund 240 Mitarbeiter, ist ein Spezialist für komplette Gebäudehüllen und mit Christoph Pröckl und seinem Bruder sind inzwischen die Urenkel des Gründers Johann seit einigen Jahren im Betrieb – inzwischen auch in leitender Position. Und damit sorgt wieder einmal eine neue Generation für frischen Wind.

O-TON Pröckl: „Also zuerst war es ja mein Opa, dann kam mein Vater dazu und dann mein Onkel, die auch immer frische neue Ideen mitgebracht haben. Und jetzt wind wir als jüngere Generation schon mit dabei. Und das ist auch gut so, weil es viele Themen gibt, vor allem im Digitalisierungsbereich, im Lean-Managementbereich, die einfach vorangetrieben gehören und wo man dann wieder neuen Input braucht.“

Für Christoph Pröckl war immer klar, dass er irgendwann im Familienbetrieb arbeiten möchte. Der studierte Betriebswirt ist seit 2017 mit an Bord. Er ist froh, dass er und sein Bruder sich in Ruhe einarbeiten konnten. Der Vater wird im nächsten Jahr 60 Jahre alt und wird sich dann im Laufe der nächsten Jahre Schritt für Schritt in den Ruhestand verabschieden. Alles folgt bisher einem geordneten Plan, worüber Christoph sehr glücklich ist.

O-TON Pröckl: „Es gibt ja genügend Unternehmen, wo von heute auf gleich zum Beispiel jemand verstirbt und dann ist man gleich in der Verantwortung … oder die Senioren nicht loslassen können und dann der Geschäftsführer immer noch mit über 80 am Ruder sitzt und der Junior auch schon fast 60 ist und immer noch nicht Geschäftsführer ist. Die gibt es ja, diese Unternehmen, aber die werden Probleme bekommen, weil gewisse Dinge dann eben nicht ernst genommen werden oder einfach nicht umgesetzt werden, weil sie als nicht wichtig erachtet werden.“

Allerdings könnte man sich als Außenstehender fragen: Familie an sich ist ja schon nicht immer ganz einfach – aber Familie UND Firma? Zwei Brüder gemeinsam mit Vater und Onkel an der Spitze eines Unternehmens?

O-TON Pröckl: „Ich würde sagen, es ist wirklich supereinfach. Das liegt aber daran, weil eben mein Vater und mein Onkel uns machen lassen. Weil die uns eben die Verantwortung geben. Weil die uns die Freiheiten lassen. Und von daher ist das einfach angenehm. Wir diskutieren zu viert und natürlich ist es so, ober schlägt unter. Also wenn wir jetzt was vorschlagen oder was umsetzen wollen und die beiden finden es jetzt nicht so gut, dann haben wir natürlich Pech gehabt, das ist auch klar [schmunzelt]. Aber in der Regel ist das eigentlich nicht der Fall. Und wir diskutieren dann die Themen durch und natürlich wird auch mal intensiver gesprochen, würde ich jetzt mal sagen. Aber im Großen und Ganzen läuft das wirklich super. Und genauso hätte ich mir das auch vorgestellt und ich finde, dass es wirklich perfekt läuft und es macht Spaß.“

Eine der neuen Ideen, die die neue Unternehmensgeneration angeschoben ist, betrifft die Fahrzeugflotte bei Pröckl. Dazu müssen wir aber erst mal kurz erklären, was die Firma eigentlich heute genau macht. Vom Prinzip geht es um die komplette Außenhaut von Gewerbegebäuden.

O-TON Pröckl: „Wir machen die Hülle für Industriebauten, für Bürogebäude, also für klassische Hallen, klassische Büros … Dach, Fenster, Fassade, Tür … alles, was außen rum kommt. Und da machen wir im Endeffekt die komplette Projektabwicklung, sprich: Planung, Produktion, Montage … Wir bieten das ganze Projekt an und wickeln das ganze Projekt sozusagen ab.“

Angefangen hat der Urgroßvater noch mit Aufträgen direkt vor der Haustür.

Kleine Anekdote am Rande: Der erste größere Auftrag zum Beispiel war die katholische Kirche in Arnstorf. Da musste das Kirchendach neu gedeckt werden. Die Pröckls waren allerdings evangelisch. Für den Pfarrer kein Problem: „Ihr müsst Euch einfach nur katholisch taufen lassen, dann kannst du das machen“. Gesagt getan, seitdem ist die Familie Pröckl also katholisch.

Heutzutage hat das Unternehmen seinen Firmensitz zwar immer noch in Arnstorf. Die Aufträge aber kommen inzwischen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Und der Glaube spielt heute eine ganz andere Rolle. Die vielen Kunden glauben einfach fest daran, dass ihr Projekt bei den Pröckls in guten Händen ist.

O-TON Pröckl: „Wir sind in verschiedenen Branchen unterwegs. Also zum Beispiel natürlich in der Automobilbranche sind wir tätig, dann Pharma, auch Bäckereien … ganz bunt gemischt … weil jede Branche benötigt natürlich Hallen. Es ist dann auch egal, ob noch jemand drin arbeitet oder ob nur Roboter drin stehen, die benötigen auch Hallen. Also da ist wirklich alles dabei …“

Die Kundenliste liest sich beeindruckend … Audi, BMW, Mercedes-Benz, Merck, Pfizer, oder das Bundeskriminalamt … aber auch für die Akademie des FC Bayern München oder die Paulaner Brauerei hat Pröckl schon komplette Gebäudehüllen gemacht. Viele Projekte gab es zuerst vor allem in Süddeutschland oder Österreich, aber die Auftragslage wächst von Jahr zu Jahr; der Einzugsbereich wird immer größer und reicht inzwischen bis hoch in den Norden zum Beispiel nach Bremen.

Und da kommen wir zurück zu den neuen Ideen der jungen Generation und der Fahrzeugflotte von Pröckl. Denn gut 100 der Mitarbeiter sind gar nicht am Standort Arnstorf beschäftigt. Viele von ihnen sind zum Beispiel als Montagemitarbeiter, Projekt- oder Bauleiter immer wieder in Deutschland unterwegs.

Deshalb gibt es eine Flotte von 40 Fahrzeugen, die bisher bei verschiedenen Anbietern geleast wurden. Dazu kommen dann noch die gekauften Nutz- und Montagefahrzeuge. Das alles war für Christoph Pröckl irgendwie immer ein großes Durcheinander … viel zu viel Arbeit, viel zu ineffizient …

O-TON Pröckl: „Das haben wir alles selber gemacht oder lief so nebenbei bei mir mit … und war auch sehr aufwändig … und da wollten wir professionelle Unterstützung haben und haben uns nach einem Fuhrparkmanagement-Partner umgeschaut …“

Das war vor rund drei Jahren und seitdem ist Hans Westermayer von der Deutschen Leasing mit im Boot. Er ist bei der herstellerunabhängigen Gesellschaft, die von mehr als 350 Sparkassen getragen wird, Gebietsleiter in Südbayern für den Bereich Fuhrparkmanagement und Flottenleasing.

Dass jemand wie Christoph Pröckl auf ihn und seine Kollegen zukommt – eine neue Generation, die im Familienbetrieb Dinge verändert – und sagt, wir haben das früher immer so und so gemacht … jetzt will ich das ändern … das ist keine Ausnahme, sagt Westermayer.

O-TON Westermayer: „Absolut! Also wir stellen das ja nicht nur bei der Firma Pröckl fest, sondern auch bei anderen mittelständisch geführten Unternehmen. Wenn der Generationenwechsel stattfindet, dann werden teilweise alte Zöpfe abgeschnitten. Es war ja nicht alles schlecht, es war ja auch gut, was die ältere Generation praktiziert hat. Wir sehen das sehr häufig. Früher wurden zum Beispiel die Fahrzeuge gekauft und in der Eigenverwaltung geführt. Generationswechsel hat hier einen anderen Blick drauf und das Argument ist oft, wir wollen das Thema outsourcen, wir brauchen mehr Planungssicherheit, wir möchten heute ein Leasing abschließen, ein Bereich Full-Service, wir möchten das Vermarktungsrisiko noch mehr tragen, was vielleicht über Jahre hinweg funktioniert hat … Aber es verändert sich im Moment der Markt. Wir stellen es ja alle fest, wir haben die Transformation hin zur Elektromobilität und insbesondere bei diesem Thema Elektromobilität stelle ich bei meiner täglichen Praxis fest: Wenn ein Generationswechsel vollzogen wird – die etwas jüngere Generation hat da einen anderen Blick drauf und ist deutlich offener für Gespräche.“

Und so ist es kein Wunder, dass mit der Übernahme des Flottenmanagements durch die Deutsche Leasing inzwischen bis zum Ende des Jahres auch schon die ersten acht Elektrofahrzeuge bei Pröckl im Einsatz sind. Von Jahr zu Jahr sollen die alten Diesel ausgetauscht werden. Aber darüber reden wir gleich noch ein bisschen.

Dass aber Christoph Pröckl das ganze Fuhrparkmanagement in die Hände der Deutschen Leasing geben wollte, hatte nicht nur etwas damit zu tun, dass er auf diese Arbeit selbst keine Lust mehr hatte.

O-TON Pröckl: „Wenn man sich die ins Boot holt und man holt sich eben Knowhow in die Firma für das Fuhrparkmanagement … und in Summe soll es natürlich so sein, dass man durch diesen externen Partner auf lange Frist einfach Geld einspart. Also auch das, was wir dann an Fuhrparkmanagement-Gebühren beispielsweise zahlen, müssen wir auf jeden Fall auch wieder einsparen können. Weil wir weniger Reparaturen haben, weil wir weniger für die Reparaturen zahlen, weil wir unsere Autos beispielsweise schneller tauschen … das sind so die Punkte, wieso man das macht. Schlussendlich will man einfach auch Geld sparen.“

Darum geht es auch vielen anderen Kunden, die ihr Flottenmanagement in die Hände der Deutsche Leasing geben. Sie erleben die Einsparungen dabei auf ganz unterschiedlicher Ebene. Denn so wie früher auch bei Pröckl haben viele Unternehmen eine Fahrzeugflotte, die aus Dutzenden oder sogar noch viel mehr Fahrzeugen besteht.

Die kommen aber oftmals nicht nur von einem, sondern von verschiedenen Herstellern. In der Regel bedeutet das viele unterschiedliche Abwicklungen mit den unterschiedlichen Auto- und Leasing-Anbietern. Hans Westermayer erlebt es immer wieder, dass seine Kunden sagen: Wir wünschen uns eine Lösung aus einer Hand mit einheitlichen Prozessen.

O-TON Westermayer: „Ja, da sprechen sie einen ganz wichtigen Punkt an. Das verringert deutlich die Administration beim Kunden. Wir als herstellerunabhängige Leasing-Gesellschaft, was ja heißt, sie können nahezu alle Fahrzeuge, die am deutschen Markt bei uns angeboten werden, über unser Haus leasen. Hat den Vorteil, der Kunde muss heute nicht mit fünf, sechs, sieben verschiedenen Autohäusern oder Umständen auch mit verschiedenen Leasing-Gebern sprechen. Er bekommt eine Lösung aus einer Hand und hat einen Ansprechpartner bei uns, der ihn im Tagesgeschäft betreut und die ganzen Prozesse koordiniert.“

Autos kosten aber auch nach ihrer Anschaffung weiter Zeit, Geld und manchmal auch Nerven. Zum Beispiel durch Wartungen, Reparaturen und so weiter. Wenn Westermayer über das Flottenmanagement spricht, dann taucht bei ihm irgendwann auch der Begriff TCO auf. Das steht für Total Cost of Ownership – also die Vollkostenberechnung für den Betrieb.

Denn so manchem Kunden reicht es nicht aus, wenn Westermayer und seine Kollegen nur für die einheitliche und zentrale Fahrzeugbeschaffung zuständig sind.

O-TON Westermayer: „Darüber hinaus, was ein wichtiges Thema ist, für das sich auch die Firma Pröckl entschieden hat, ist das Thema Full-Service-Leasing. Der Kunde schließt bei uns alle gängigen Service-Komponenten ab. Soll heißen, er macht die Reifen über uns, alle Inspektionen sind in der Pauschale vereinbart, Versicherung, Unfallmanagement und so weiter. Das hat den großen Vorteil für den Kunden: Planungssicherheit. Er weiß, was kostet ihn sein Fuhrpark, wenn im Herbst dann die Budgetplanungen stattfinden. Vereinfacht ausgedrückt drückt der Kunde auf das von uns zur Verfügung gestellte Reporting und er sieht, wo seine Kosten sind. Er hat genau nur zwei Unbekannte: Das sind zum einen die Kraftstoffkosten oder Selbstbeteiligungen für Unfallschäden. Aber er hat Planungssicherheit. Ein weiterer Vorteil ist, er hat deutlich weniger Administration, weil er im Falle unserer Zusammenarbeit zwei Rechnungen pro Monat bekommt. Einmal eine Sammel-Rechnung über Leasing und einmal eine Rechnung über das Kraftstoff-Management, also sprich für Betankung und Beladung. Und er hat deutlich weniger Rechnungen zu prüfen beziehungsweise zum Verbuchen.“

Und beim Punkt „Beladung“, den Westermayer angesprochen hat, kommen wir dann auch mal zu den Elektrofahrzeugen. Bei der Rechnung fürs Kraftstoff-Management werden also sowohl der Sprit, als auch die Stromkosten für die Elektrofahrzeuge aufgeführt.

Es ist noch nicht so lange her, da gab es in der Pröckl-Fahrzeugflotte nur Diesel und Benziner. Mit der vierten Generation im Unternehmen aber hat auch das Thema Nachhaltigkeit noch stärker Einzug gehalten in den Diskussionen darüber, was kann oder sollte man in Zukunft anders machen.

Nicht nur, weil die Pröckl-Kunden selbst auch immer mehr wert auf Nachhaltigkeit legen. Auch, weil Christoph Pröckl sagt: Wir können nicht einfach immer so weiter machen wie bisher. Deshalb hat man beim Thema CO2-Ausstoß mal analysiert, wo gibt es denn am in der Unternehmenszentrale in Arnstorf noch Einsparpotenziale? Und die Ergebnisse waren verblüffend.

O-TON Pröckl: „Jetzt ist es zum Beispiel bei uns so: Wir haben gut 240 Mitarbeiter und haben einen Fuhrpark von 70 Fahrzeugen – was ja schon sehr viel ist, würde ich jetzt sagen, so Fahrzeuge zu Mitarbeitern. Und von daher macht das bei uns schon sehr viel aus. Waren klassisch alles Diesel. Ein paar haben wir gehabt, die nicht so viele Kilometer fahren, die haben eher einen Benziner, aber das war klassisch. Und wenn man sich unseren CO2-Footprint anschaut am Standort Arnstorf beispielsweise, wo wir die Fahrzeuge mit eingerechnet haben, dann sind 70 Prozent unseres kompletten CO2-Ausstoßes reine Treibstoffe. Und da sieht man, was das für uns ausmacht.“

Also sollen die Fahrzeuge jetzt Stück für Stück durch Elektroautos ersetzt werden. Ein Schritt, den die ältere Firmengeneration – also Christoph Pröckls Vater – zwar nicht gerade verteufelt oder sogar für Quatsch hält …

O-TON Pröckl: „Nee, nee … das nicht – aber er ist jetzt auch nicht der größte E-Auto-Fan, das muss man auch dazu sagen [lacht] … Aber ich kenne auch genügend 20-jährige, die auch das E-Auto verteufeln. Also das ist auch ganz unterschiedlich. Also bei den Mitarbeitern, die jetzt ein Firmenfahrzeug haben, da gibt’s wirklich so Early-Adopter, die da voll dabei sind und die finden es richtig geil und richtig cool – und die sind auch so technisch richtig dabei … und manche sagen, nee, auf keinen Fall. Solange ich nicht muss, sicher nicht. [schmunzelt]“

Im vergangenen Jahr kamen die ersten vier Elektroautos, in diesem Jahr vier weitere ins Unternehmen Pröckl.

O-TON Pröckl: „Das heißt, in Summe sind dann acht Verbrenner schon weg von den 70. Und das wird auch die nächsten Monate und Jahre so weiter gehen, dass wir sukzessive immer mehr E-Autos bekommen … weil das die Mitarbeiter auch wollen. Das einzige, wo ich noch Schwierigkeiten sehe, ist das Thema beispielsweise bei unseren Bauleitern. Also bei den Projektleitern, die sind in der Regel meistens im Büro, einmal die Woche fahren die dann Baustellen an. Aber wir haben hier Bauleiter, die fahren 60 – 70.000, vielleicht auch 80.000 Kilometer im Jahr. Das heißt, das sind so richtige Vielfahrer und da ist es wichtig, dass die E-Autos noch mehr Reichweite bekommen … weil mit 400 Kilometern Reichweite ist es schwierig.“

Ja, das Thema Reichweite sei immer ein wichtiger Punkt gewesen, räumt auch Deutsche Leasing-Flottenprofi Hans Westermayer ein. Aber auf der anderen Seite sei da in den vergangenen Jahren schon viel passiert und die Entwicklung werde wohl auch noch weiter voranschreiten.

Ein anderer Punkt ist die Ladeinfrastruktur im Land. Auch die ist vielerorts immer noch nicht so, wie man sich das wünschen würde.

O-TON Westermayer: „Und was wir auch im gewerblichen Bereich sehen: Auch immer mehr Firmen schaffen sich eine Ladeinfrastruktur an – am eigenen Firmengelände. Oftmals verbunden mit PV-Anlagen, was sich natürlich auch auf der Kostenseite noch mal positiv auswirkt. Und somit schafft man auch ein Netzwerk, das die Mitarbeiter oder auch Kunden oder auch Besucher hier am Unternehmen Fahrzeuge beladen können.“

Genau so ist es auch vor kurzem erste bei Pröckl geschehen. Denn das Unternehmen wächst – die Umsätze wachsen – in den vergangenen sieben Jahren um rund 20 Millionen auf inzwischen rund 64 Millionen Euro. Und entsprechend mussten auch neue Gebäude her. Und dabei hat man die Photovoltaik gleich mitgedacht. Die Sonnenenergie soll dank der Photovoltaik-Anlagen nicht nur im Unternehmen selbst genutzt werden, sondern jetzt auch die Elektrofahrzeuge betanken.

O-TON Pröckl: „Also wir haben jetzt am Neubau schon eine aufgebaut … wir sind gerade dabei, dass wir prüfen, dass wir einen Teil unseres Parkplatzes überdachen lassen und da eine PV drauf machen, um die ganzen toten Flächen sozusagen nutzen zu können. Wir haben jetzt auch im Zuge des Neubaus zwölf Ladepunkte installiert mit jeweils 11 KW. Und somit haben wir jetzt einen kompletten Ladepark vor Ort – das ist natürlich superangenehm.“

Im Moment gibt es also sogar erst mal zu viele Ladepunkte für die vorhandenen Elektroautos – aber dabei hat man nicht nur gleich in die Zukunft gedacht, sondern auch entsprechende Fördermittel genutzt.

Aber Christoph Pröckl rechnet auch schon damit, dass irgendwann noch weitere Ladepunkte dazukommen müssen, wenn der Anteil der Elektrofahrzeuge noch deutlich angewachsen ist.

Im Rückblick ist sich Deutsche Leasing-Gebietsleiter Hans Westermayer sicher: Dass wir bei Pröckl jetzt im Boot sind, und dort jetzt auch die Elektromobilität vorangetrieben wird, daran hat der Junior einen großen Anteil. Eine junge Generation leitet also wieder mal spürbare Veränderungen ein.

O-TON Westermayer: „Genau, also Pröckl war sehr offen für das Thema – vor allem Christoph Pröckl. Weil das Thema Nachhaltigkeit zunehmend natürlich bei allen Unternehmen eine Rolle spielt.“

Dass der Elektro-Anteil in der Fahrzeugflotte auch in Zukunft noch zunehmen soll, das sei aber nicht nur bei Pröckl so, sagt Westermayer. Auch in vielen anderen Unternehmen komme immer mehr Bewegung herein. Einerseits gewinne das Leasing generell immer noch mehr an Bedeutung…

O-TON Westermayer: „Aber jetzt insbesondere bei Elektrofahrzeugen – weil hier einfach die Unsicherheit bei Unternehmen besteht: Wenn ich heute ein Fahrzeug kaufe und ich möchte das nach drei, vier Jahren wieder an den Zweitmarkt bringen, wie kann ich denn das Fahrzeug verkaufen? Wann erwarten wir den nächsten Technologie-Sprung? Weil das ist ja kein Geheimnis. Und von daher ist meine persönliche Erfahrung: Elektrofahrzeuge werden nahe zu hundert Prozent geleast. Weil man hier das Risiko der Zweitvermarktung als Unternehmen nicht mehr eingehen möchte. Und man fungiert ja auch nicht als Autohändler. Man konzentriert sich ja auf seine eigene Kernkompetenz und somit ist das Thema bei Leasing-Gesellschaften bestens aufgehoben. Weil wir zum Beispiel als Deutsche Leasing machen das Thema seit über 50 Jahren und haben dementsprechende Vermarktungskanäle für den Zweitmarkt.“

Als die ersten Elektroautos auf den Markt kamen, war das Ganze auch für die Leasing-Anbieter noch eine Blackbox. Wie lassen sich die Fahrzeuge wieder verkaufen? Was bedeutet das für die Restwertkalkulation? Welche Wartungskosten fallen an und so weiter. Inzwischen aber habe man dabei deutlich mehr Klarheit und davon profieren finanziell auch die Unternehmen, erläutert Leasing-Profi Westermayer.

Für Christoph Pröckl war die Entscheidung zu mehr Elektromobilität absolut richtig – nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit. Denn auch seine Mitarbeiter sind damit bisher sehr zufrieden

O-TON Pröckl: „Also, die bisher ein E-Auto haben, sind total begeistert. Also egal, mit wem man spricht, die würden es nicht mehr wissen wollen. Die finden das Fahrgefühl auch cool, diese Ruhe. Und was natürlich jetzt auch der wahnsinnige Vorteil ist – das muss man schon auch sagen – ist einfach diese steuerliche Subventionierung der Fahrzeuge durch den Staat. Dass die nur 0,25 oder 0,5 Prozent versteuern müssen.“

Denn beim klassischen Benziner oder Diesel müssen Arbeitnehmer, die das Fahrzeug auch privat nutzen, den finanziellen Vorteil versteuern – geldwerter Vorteil ist hier das Stichwort. Und jeder, der sich damit beschäftigt, kennt die so genannte 1-Prozent-Regelung. Monatlich ein Prozent des Listenpreises vom Fahrzeug müssen versteuert werden.

Bei Elektrofahrzeugen sind es aber deutlich weniger Steuern – liegt der Bruttolistenpreis bei bis zu 60.000 Euro, dann wird nur mit 0,25 Prozent als geldwerter Vorteil besteuert. Bei Elektrofahrzeugen über 60.000 Euro schlägt die Besteuerung mit 0,5 Prozent zu Buche – also selbst bei den teureren Fahrzeugen immer noch nur die Hälfte im Vergleich zum herkömmlichen Verbrenner.

Gründe für ein Umdenken gibt es also viele. Und Christoph Pröckl hofft, dass die Elektromobilität irgendwann auch beim Thema Nutzfahrzeuge wirklich interessant wird. Das ist aus seiner Sicht und für sein Unternehmen und die entsprechenden Ansprüche momentan noch nicht gegeben. Wenn es die Technologie aber hergibt, wird er dann wohl auch hier weitere Veränderungen anstoßen.

Aber auch in ganz anderen Bereichen treibt die junge vierte Generation im Hause Pröckl einiges um. Nicht nur wenn es um mehr Nachhaltigkeit geht – zum Beispiel beim Thema Umweltmanagement. Damit MUSS man sich einfach heute beschäftigen, ist Pröckl überzeugt:

O-TON Pröckl: „Und wenn man das verschläft oder sich nicht damit beschäftigt, dann bekommt man früher oder später einfach Probleme. Ob es jetzt dann der CO2-Preis ist oder sonstige Dinge sind. Aber das ist einfach ein langwieriger Prozess und das muss man einfach erst mal aufbauen, die ganzen Strukturen und so weiter – und von daher sollte man das nicht verschlafen.“

Und auch bei der Digitalisierung muss und wird in Zukunft einiges im Unternehmen passieren, glaubt Christoph Pröckl. Man hat schon mit einigen Themen begonnen. Zum Beispielsweise mit der Umstellung auf ein nahezu papierloses Büro und der Einführung eines Business Intelligence-Systems.

Das Ziel ist zum Beispiel, alle wichtigen Daten im Unternehmen überall verfügbar zu machen. Sie sollen in einer zentralen Datenbank gespeichert und damit auch besser genutzt werden können. Das hält Pröckl für elementar wichtig.

Genauso sieht er in der Produktion in Zukunft in der Digitalisierung ein Werkzeug, um große Herausforderungen zu lösen. Zum Beispiel auch durch mehr Robotik in den Produktionsprozessen. Automatisierung muss dabei nicht den ganzen Prozess übernehmen – kann aber eine wichtige Hilfe werden.

O-TON Pröckl: „Vor allem in Bezug auf Facharbeitermangel. Wenn man sagt, okay, ich habe Probleme, dass ich für gewisse Stellen Mitarbeiter finde, dann muss ich schauen, okay, wie kann ich es denn anders lösen? Und dann ist vielleicht die Lösung, dass man dort so einen Roboterarm stehen hat. Und auf der anderen Seite haben wir das ganze Thema auf der Baustelle … da ist es natürlich schwierig, dass da was automatisiert wird oder mit dem Roboter gemacht wird. Aber da gibt es jetzt auch schon erste Ansätze. Beispielsweise gibt es schon so einen Bohrroboter, der über Nacht dann für die ganzen Gewerke die Löcher bohrt … dass das keiner mehr machen muss. Das kommt immer mehr und das wird uns auch die nächsten Jahre extrem begleiten, würde ich sagen.“

NOCH aber hat die vierte Generation bei Pröckl nicht das alleinige Sagen. Der Vater und Onkel von Christoph und seinem Bruder haben noch die Oberhand. Und wie hat er ganz am Anfang so schön formuliert – Ober schlägt Unter?

Deshalb gehe es sowohl bei allen Veränderungen darum, auch alle mitzunehmen und nicht einfach voranzupreschen. Seien es Themen wie die Fahrzeugflotte oder noch größere Transformationen wie durch die Digitalisierung – in der Zeit des Generationswechsels im Unternehmen müssen alle an einem Strang ziehen. Also gilt es, die Älteren zu überzeugen.

O-TON Pröckl: „Das ist natürlich wichtig, dass man das auch vorher zeigt: Das ist unser Mehrwert. Das bekommen wir. Und wenn man da überzeugend sein kann und auch sagen kann, was ist der Mehrwert, wenn wir jetzt das Geld ausgeben, dann wird das auch verstanden. Und die ältere Generation – sage ich jetzt – die sagt dann auch: Macht ihr mal. Und das ist auch einfach wichtig … dass die Aufgaben übergeben werden. Hört sich interessant an, mit der Umsetzung will ich aber nichts zu tun haben, das macht ihr … [schmunzelt].“

Und so hat man schon heute bei Pröckl das Gefühl: Nach drei Generationen und durchaus einschneidenden Transformationen ist auch der Übergang in die vierte Generation eine spannende Zeit. In deren Folge in einigen Jahrzehnten wohl wieder gesagt wird: Christoph Pröckl und sein Bruder haben damals in den 2020er Jahren das Ruder übernommen – und danach hat sich das Unternehmen wieder einmal noch weiter nach vorne entwickelt.

In unseren Shownotes finden Sie wie immer noch mehr Infos zu dieser Folge.

DROP

Schön, dass sie wieder dabei waren.

[Teasing auf nächste Folge?]

Ich freue mich, wenn sie dann wieder reinhören.

Bis dahin, machen Sie’s gut.