Seltene Erden, große Visionen: Die Tradium GmbH auf dem Pfad der Transformation
Shownotes
Begeben Sie sich mit uns auf eine spannende Reise in die Welt der seltenen Erden und strategischen Industriemetalle mit der Tradium GmbH. Entdecken Sie, wie dieses innovative Unternehmen den Wandel in seiner Branche meistert, sich an sich ständig ändernde Marktbedingungen anpasst und dabei Nachhaltigkeit und ethische Geschäftspraktiken in den Vordergrund stellt. Erfahren Sie mehr über die Partnerschaft zwischen der Tradium GmbH und der Nassauischen Sparkasse und wie sie gemeinsam Herausforderungen wie die Corona-Pandemie und den Mangel an Fachkräften angehen. Lassen Sie sich inspirieren von der Vision und dem Engagement der Tradium GmbH, die Zukunft der Branche aktiv mitzugestalten und dabei stets einen Schritt voraus zu sein.
Zu Gast: Matthias Rüth - Geschäftsführer, Tradium GmbH https://tradium.com/
Lars Oliver Feißel - Firmenkunden Region Süd, Nassauische Sparkasse https://www.naspa.de/de/home.html
Transkript anzeigen
Skript: Edle Metalle und seltene Erden für unser modernes Leben – Tradium
O-TON Rüth: „Es gibt also auch viele Studien – also auch von ganz neutralen Instituten beispielsweise wie das Fraunhofer Institut – die die kritischen Rohstoffe auch immer wieder neu bewerten und einschätzen. Und ich will jetzt nicht unbedingt sagen, dass nach meiner Einschätzung das irgendwann gegen Null geht, aber es wird zumindest knapper und knapper. Natürlich optimieren sich auch Produktionsprozesse. Man hat beispielsweise im Handy oder in vielen anderen Anwendungsgebieten nur noch so eine Dotierung mit den einzelnen Rohstoffen, also die Einsatzmenge im Endprodukt sinkt. Allerdings der Verbrauch allgemein betrachtet, aufgrund der höheren Stückzahlen für diese verschiedenen Anwendungen wie beispielsweise Handys eingesetzt werden, kompensiert sich das wieder, so dass es unterm Strich sicherlich von Jahr zu Jahr mehr Bedarf gibt.“
Jingle INTRO
Wissen sie, was Dysprosium ist?
Ich glaube, wenn wir jetzt eine Umfrage unter allen unseren Hörerinnen und Hörern machen würden, dann wäre die richtige Antwort vermutlich eher selten.
Aber „selten“ ist schon mal ein gutes Stichwort. Dysprosium ist nämlich ein Metall der so genannten Seltenen Erden. Und das können sie vor allem in Südchina finden – oder aber auch in Frankfurt am Main.
Da sitzt nämlich eine Firma, deren Name selbst klingt wie Seltenen Erden: Tradium. Dieses Unternehmen handelt genau mit solchen Rohstoffen, vor allem natürlich für Unternehmen, aber inzwischen ist das auch interessant für Privatleute – und zwar als Anlageform.
Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts.
Jingle CLOSER
Zum Einstieg beginnen wir ausnahmsweise mal direkt mit einem Exkurs – und gleich mit noch einer Rätselfrage – da könnten sie bei „Wer mit Millionär“ bestimmt eine Million Euro gewinnen, wenn das mal drankommt:
Wieso heißen Seltene Erden eigentlich Seltene Erden?
Daran ist nämlich eigentlich alles ganz schön missverständlich – um nicht zu sagen, führen die Begriffe einen in die völlig falsche Richtung. Mit der Erde, so wie wir das Wort heute verstehen, hat das zum Beispiel schon mal gar nichts zu tun.
Der Begriff stammt aus einer Zeit als diese chemischen Elemente in Form von Metallen nämlich entdeckt wurden. Und zwar ab Ende des 18. Jahrhunderts. Da spürten Chemiker die ersten dieser Stoffe in seltenen Mineralien auf. Und diese Stoffe lagen in Form von komplexen Oxiden vor. Oxide wiederum – die nannte man früher „Erden“. Damit hätten wir also schon mal den zweiten Teil der „Seltenen Erden“ erklärt.
Und jetzt noch das nächste Missverständnis: Denn so selten sind diese Metalle gar nicht. Selbst die seltensten davon gibt es auf unserem Planeten deutlich häufiger als Gold – viele davon kommen sogar mehr oder weniger überall in der Erdkruste vor. Damals zur Zeit ihrer Entdeckung hatte man aber den Eindruck, dass das sehr seltene Stoffe sind. Deshalb: Seltene Erden.
Allerdings – etwas Wahres ist an dem „selten“ dann doch irgendwie dran. Denn Stellen, bei denen sich der Abbau der Seltenen Erden wirklich lohnen würde, die sind dann doch schon selten. Und von Dysprosium werden zum Beispiel pro Jahr nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 100 und 500 Tonnen gefördert. Im Gegensatz zu geschätzten 2.500 bis 3.500 Tonnen Gold pro Jahr. Damit sind solche seltenen Erden wie Dysprosium unterm Strich in der Praxis wirklich doch ganz schön selten.
Und insofern hat Matthias Rüth dann auch wirklich richtige Schätze, die er da in Frankfurt einlagert. Er ist der Geschäftsführer der Tradium GmbH.
O-TON Rüth: „Also die Tradium GmbH ist ein Rohstoffhändler oder auch Vertreter für verschiedene Produzenten international, die im Schwerpunkt die Industriekunden beliefert …“
… wobei auch SIE als Privatkunden durchaus Dysprosium und die anderen Seltenen Erden bei Matthias Rüth kaufen können – genauso wie auch andere Technologiemetalle oder Edelmetalle. Aber dazu kommen wir später noch.
Dysprosium übrigens ist zum Beispiel besonders begehrt für Hochleistungsmagnete in Windrädern oder für Motoren in Elektroautos. Und sofort wird klar, was bei so manchen Seltenen Erden das Problem ist: Obwohl nur geringe Mengen gefördert werden, wird immer mehr davon benötigt.
O-TON Rüth: „Das sind Legierungskomponenten, die in der Elektronikindustrie eingesetzt werden, Magnetindustrie … beispielsweise Anwendungen wie LEDs, Flachbildschirme, aber auch Magnete, die jetzt natürlich auch im Zusammenhang mit grünen Energien oder Elektromobilität ganz allgemein mehr und mehr zum Thema werden.“
Matthias Rüthwar vor vielen Jahren als Angestellter bei der früheren Degussa mit der Beschaffung von Rohstoffen beschäftigt – bis er dann 1999 mit seiner Firma Tradium den Sprung in die Selbständigkeit gewagt hat.
Seitdem ist das Unternehmen Schritt für Schritt gewachsen. Rund 30 Beschäftigte kümmern sich inzwischen um das Geschäft mit den Rohstoffen und Tradium ist inzwischen ein wichtiger Lieferant für viele Branchen. Zu den Kunden gehören zum Beispiel die Elektronik- und Autoindustrie, genauso wie die Glas- und Keramikindustrie oder auch Unternehmen aus der Dentaltechnik.
O-TON Rüth: „Sämtliche Teile, Produkte rund um das moderne Leben kommen nicht ohne diese Rohstoffe aus.“
Mehr Abnehmer für die Rohstoffe, das bedeutete auch die Notwendigkeit eines immer größeren Lagers – das aber auch gleichzeitig möglichst sicher sein sollte. Denn die Ware ist sehr wertvoll. Ein Kilogramm Dysprosium kostet in Oxidform als Pulver zum Beispiel rund 270 Euro.
Terbium ist ein anderer dieser Rohstoffe und wird unter anderem in der Halbleiterindustrie verwendet – wichtig also zum Beispiel in unseren Computern oder Smartphones – und davon kostet ein Kilogramm derzeit sogar über 1.000 Euro.
Es musste also ein Lager her, das möglichst so sicher sein sollte wie das berühmte Fort Knox, in dem Teile der US-amerikanischen Goldreserve liegt.
O-TON Rüth: „Ja, Fort Knox trifft es also sehr genau. Das hat also nichts mit einer reinen Lagerhalle zu tun. Sondern wir haben da vor über zehn Jahren einen ehemaligen Weltkriegsbunker umgebaut zum Tresor. Also hat auch absolut von der Versicherungseinstufung her eine Tresorqualität mit all den Sicherheitsmechanismen, die die Technik eben hergibt. Von Video angefangen und so weiter. Und die dünnste Stelle ist zwei Meter dicker Stahlbeton, die Decke sogar 2,50 Meter dicker Stahlbeton. Insofern können sie sich da vorstellen, wie da auch rein die passive Sicherheit des Gebäudes da aufgebaut ist. Und entsprechend sicher und im Grunde genommen unlimitiert kann man dann diese sehr teuren, wertvollen Rohstoffe einlagern.“
Und insofern kann Matthias Rüth nach seinem Arbeitstag auch durchaus beruhigt nach Hause fahren und entspannt schlafen gehen.
O-TON Rüth: „Ja, zum Glück kann ich zumindest unter DEM Aspekt sehr gut schlafen, das stimmt, ja. Es gibt andere Dinge, die mich gelegentlich mal ein bisschen unruhiger schlafen lassen. Das sind dann eben die Marktverschiebungen und die Volatilität der Preise, aber mit unseren Lagerflächen habe ich glücklicherweise keine Schwierigkeiten“
Denn nur weil ein Rohstoff selten und begehrt ist, heißt das nicht automatisch gleichbleibend hohe Preise. Gerade bei den Seltenen Erden hat es in der Vergangenheit schon starke Schwankungen gegeben. Und die können auch einen erfahrenen Rohstoffhändler schon mal etwas unruhig machen.
Beispielsweise in den Jahren 2011 und 2012 – da gab es zeitweise einen Kursanstieg von mehreren hundert Prozent, zum Teil sogar noch deutlich mehr. Und in der Folge kostete Terbium zum Beispiel nicht mehr fünf- bis sechshundert Euro pro Kilogramm, sondern mehr als 4.000 Euro. In der Folgezeit machten die Preise dann aber auch wieder eine deutliche Talfahrt.
Und so lautet ähnlich wie für Anleger bei einem Aktiendepot auch für einen Rohstoffhändler eine der wichtigen Regeln: Nicht nur auf einen oder zwei erfolgversprechende Rohstoffe setzen, sondern diversifizieren.
Rüth ist davon überzeugt, dass sich die Preise für Seltene Erden, Technologie- und Edelmetalle aufgrund der kontinuierlich steigenden Nachfrage auf lange Sicht und im Großen und Ganzen nur nach oben entwickeln können.
O-TON Rüth: „Ganz generell, ja, ist es so: Limitiert verfügbar, steigende Anwendungsgebiete, zumindest stabiler oder leicht steigender Preis und bei manchen Produkten, bei denen man eben noch von geringeren Mengen spricht – vielleicht auch dazu mal so ein paar Vergleichszahlen: Ich meine, die meisten Menschen gehen ja davon aus, dass Gold schon ein vergleichsweise seltener Rohstoff ist. Aber wenn man da jetzt von einer Weltjahresproduktion Größenordnung 3.500 Tonnen spricht, dass hingegen aber einige unserer strategischen Rohstoffe nur 40, 50, 100 Tonnen Weltjahresproduktion haben, kann man sich natürlich leicht vorstellen, wie sehr da eine Verknappung auch gleich mal zu Preisexplosionen führt. Und da gab’s eben in den vergangenen Jahren immer mal wieder ein paar Ausreißer. Natürlich reguliert sich auch das eine oder andere wieder mal. Aber tendenziell ausgemittelt über die verschiedenen Produkte kann man davon ausgehen, dass die Preise kontinuierlich steigen.“
Und daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Technologien immer weiter verbessern. Denn natürlich versuchen die Hersteller egal welcher Produkte den Einsatz von teuren Rohstoffen möglichst immer weiter zu reduzieren.
In einem Smartphone der neuesten Bauart zum Beispiel stecken im Vergleich zu früher in der Regel wesentlich weniger teure Technologiemetalle. Und trotzdem rechnet nicht nur Rohstoffhändler Rüth damit, dass die begehrten Materialien auch in den kommenden Jahren immer knapper werden.
Einerseits, weil die verfügbaren und auch förderbaren Vorräte auf der Erde endlich sind – und andererseits, weil der Bedarf immer weiter steigt.
O-TON Rüth: „Es gibt also auch viele Studien – also auch von ganz neutralen Instituten beispielsweise wie das Fraunhofer Institut – die die kritischen Rohstoffe auch immer wieder neu bewerten und einschätzen. Und ich will jetzt nicht unbedingt sagen, dass nach meiner Einschätzung das irgendwann gegen Null geht, aber es wird zumindest knapper und knapper. Natürlich optimieren sich auch Produktionsprozesse. Man hat beispielsweise im Handy oder in vielen anderen Anwendungsgebieten nur noch so eine Dotierung mit den einzelnen Rohstoffen, also die Einsatzmenge im Endprodukt sinkt. Allerdings der Verbrauch allgemein betrachtet, aufgrund der höheren Stückzahlen für diese verschiedenen Anwendungen wie beispielsweise Handys eingesetzt werden, kompensiert sich das wieder, so dass es unterm Strich sicherlich von Jahr zu Jahr mehr Bedarf gibt.“
Zumal bei manchen Technologien der Bedarf in den kommenden Jahren sogar noch drastisch nach oben gehen dürfte. Wenn wir zum Beispiel mal über die erneuerbaren Energien sprechen, dann sollen Windräder in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern weltweit.
Für den Bau eines Windrads allerdings braucht es auch Seltene Erden – und zwar ganz andere Mengen als bei Handys.
O-TON Rüth: „Ein Windkraftrad kann ohne Seltene Erden nicht hergestellt werden. Wir haben hunderte Kilogramm pro Windkraftrad – also klar, die Windkrafträder gibt es in unterschiedlichen Größenordnungen. Aber so 300 – 400 Kilo im Minimum bis hoch zu 1.000 Kilogramm Seltene Erdoxide werden dort eben eingesetzt. Und die Chinesen selbst oder auch der Rest der Welt, der ja auch beispielsweise mit Atomkraft noch nicht die ganz großen Schwierigkeiten wie eben Deutschland hat, bauen eben auch auf diese grünen Energien und entwickeln die Zug um Zug mit. Und klar, das hat natürlich die Bedarfszahlen tierisch weiterentwickelt – und in früher schwer abschätzbaren Größenordnungen.“
Da wir bei den Seltenen Erden und anderen Technologiemetallen über einen manchmal sehr volatilen Markt sprechen, heißt es natürlich auch für jemanden wie Matthias Rüth: Was kann ich tun, um meine Risiken zu minimieren? Wie kann ich das Geschäft vielleicht auch etwas anders aufstellen, damit die Schwankungen in meiner Branche mir nicht ganz so viel anhaben können?
Ein Teil der Antwort ist genau jener Bunker, über den wir vorhin schon gesprochen haben. Der Rohstoffhandel lief für die Tradium GmbH viele Jahre zwar auch schon ohne den Bunker in Frankfurt.
Aber je mehr im Laufe der Zeit an vielen Stellen unter anderem über Seltene Erden gesprochen und berichtet wurde, desto mehr Menschen gab es dann auch, die sich gesagt haben: Vielleicht ist es ja eine gute Idee, mein Geld in diese Rohstoffe anzulegen. Denn beispielsweise Gold als Anlageform ist zwar sicher, aber auch ein alter Hut.
Deshalb kam Rüth auf die Idee, zwei Dinge miteinander zu kombinieren. Einerseits potenziellen Anlegern zu ermöglichen, in die begehrten Rohstoffe zu investieren und tatsächlich physisch zu kaufen. Und andererseits für noch mehr Industriekunden die Möglichkeit zu schaffen, größere Mengen auch in einem Lager erst mal zollfrei und sicher zu lagern.
So entstand zwölf Jahre nach Gründung der Tradium im Jahr 2011 ein weiteres Schwesterunternehmen: die Metlock GmbH. Die lagert für Industriekunden, aber eben auch für private Anleger die teuren Rohstoffe ein – und zwar im besagten Bunker. Auf rund 1.400 Quadratmetern hatte Rüth deutlich mehr Lagermöglichkeiten als zuvor.
Und seit Jahren steigt das Interesse kontinuierlich an, sagt Matthias Rüth. Wer Geld auf der hohen Kante hat, der verteilt das sinnvollerweise auf verschiedene Bereiche. Vielen Anlegern geht es dann auch darum, einen Teil sicher anzulegen, ohne großes Risiko auf der einen, aber auch ohne Kaufkraftverlust auf der anderen Seite. Gold war da für viele in der Vergangenheit eine übliche Investition – und ist es auch heute noch.
O-TON Rüth: „Aber es gibt natürlich auch noch viele andere Rohstoffe neben Gold. Silber ist noch relativ gut bekannt, aber auch beispielsweise Rhodium, Iridium, also andere, die man in der Vergangenheit da relativ selten im Fokus hatte, sind natürlich auch interessante Rohstoffe. Aber die Rohstoffe, die wir jetzt so innerhalb der Gruppe der Technologiemetalle anbieten, sind dann eher Produkte wie Gallium, Indium, Germanium, Hafnium, Rhenium und eben die Gruppe der Seltenen Erden. Und all diese Produkte sind ja noch vergleichsweise unbekannt in der Allgemeinheit.“
Wer aber vorher von teilweise hohen Preissteigerungen bei den Seltenen Erden gelesen oder gehört hat, der meldet sich bei Rüth durchaus auch schon mal in der Hoffnung, mit seiner Investition am besten gleich große Gewinne machen zu können. Darum gehe es aber gar nicht in erster Linie, muss Rüth dann direkt bremsen.
O-TON Rüth: „Beispielsweise wenn ich dann sehr euphorische oder sehr stark interessierte Kunden am Telefon habe, dann weise ich auch immer darauf hin, dass es unterm Strich eine Spekulation ist … und wir auch keine prozentualen Renditen da in den Raum stellen können. Und dann ist der Tenor schon sehr schnell, ja alles klar, allerdings möchte ich zumindest einen Kaufkrafterhalt haben und damit bin ich auch schon zufrieden. Und das ist dann auch durchaus eher nach meinem Geschmack. Und davon kann ich dann auch eher ausgehen, dass das zumindest bei einer gewissen Diversifizierung der Produktauswahl funktionieren wird. Und das sind dann auch die Kunden, denen ich vorschlagen würde, dass es eben durchaus eine gute Idee, eine gute Alternative zu den klassischen Anlagen sein kann. Zumal eben auch ein Rohstoff nie auf Null fallen kann. Auch das hat ja seinen Charme. Und somit ist das natürlich für Kunden, die schon die verschiedensten Sachwerte haben, tatsächlich eine sehr spannende Ergänzung.“
Spannend fand das Ganze auch Lars Feißel – allerdings weniger, um selbst zu investieren, sondern um Matthias Rüth als Kunden zu bekommen. Denn Feißel ist Firmenkundenberater bei der Nassauischen Sparkasse.
O-TON Feißel: „Aufmerksam geworden bin ich quasi auf die Gesellschaft über einen Handelsblatt-Artikel, in dem er seine Bunkeranlage in Frankfurt vorgestellt hat, wo er die Seltenen Erden und Rohstoffe lagert. Und dann saß ich da in der Mittagspause, habe das gelesen und dachte, boah, das ist ja ein geiles Geschäftsmodell – den MUSST du mal kennenlernen. Direkt den Hörer in die Hand genommen und einfach mal angerufen und gesagt, ich möchte sie gerne kennenlernen, ich finde ihr Geschäftsmodell sowas von spannend. Ich möchte sie gerne als Kunden gewinnen und sie auch als Partner langfristig von der Nassauischen Sparkasse begleiten.“
Es hat nicht lange gedauert und inzwischen betreut Feißel das Unternehmen bereits seit gut drei Jahren. Auch wenn das mit Blick auf die Firmengeschichte noch ein eher kürzerer Zeitraum ist – selbst in dieser Zeit ist für den Finanzfachmann offensichtlich geworden: Tradium und Metlock – diese beiden Unternehmen entwickeln sich gut.
O-TON Feißel: „Also nicht nur die Umsatz- und Ertragslage wesentlich verbessert, sondern auch die Ausrichtung des Geschäftsmodells – also nicht nur mit der Tradium GmbH, sondern auch mit der Metlock GmbH für die Einlagerung dieser Industriemetalle oder Seltenen Erden. Und natürlich auch die Einbindung der Nachfolgegeneration vom Herrn Rüth, den Kindern – also mit seiner Tochter und seinem Sohn – die jetzt sukzessive auch an das Geschäft herangeführt werden … und auch das sind spannende Prozesse, die hier vonstattengehen, die wir natürlich sehr gerne begleiten. Denn wir verstehen uns als Naspa auch immer als strategischer Partner und wollen auch langfristig mit dem Kunden zusammenarbeiten.“
In welche Bahnen die Tradium und das Schwesterunternehmen Metlock auf lange Sicht steuern werden, wenn der 59-jährige Matthias Rüth irgendwann das Ruder ganz übergeben wird, das wird die Zukunft zeigen. Auf jeden Fall müssen sich auch seine Nachfolger darauf gefasst machen, dass sie es immer wieder mit unvorhergesehenen Ereignissen zu tun bekommen können.
So sind die Preise für die begehrten Rohstoffe, mit denen Tradium handelt, vor mehr als zehn Jahren rapide gestiegen – um dann einige Zeit später wieder deutlich zu sinken. In den vergangenen Jahren wiederum haben die Preise wieder deutlich angezogen. Dabei spielt zum Beispiel China als mit Abstand wichtigster Produzent Seltener Erden eine entscheidende Rolle – ein Faktor, der nicht immer einfach einzuschätzen ist.
In den vergangenen Jahren haben aber auch andere Ereignisse wie Corona, unterbrochene Lieferketten und ein unerwarteter Krieg in der Ukraine eines gezeigt: Ganz generell müssen Unternehmen weltweit auf alles gefasst sein und sich bestenfalls immer wieder anpassen oder neu erfinden können. Denn diese jüngsten Krisen haben für große Erschütterungen gesorgt.
O-TON Feißel: „Das sind viele Themen, die einen hier bewegen. Dann noch steigende Rohstoffpreise und Energiepreise. Da muss sich ein Unternehmen natürlich sehr schnell auch drauf einstellen, das Geschäftsmodell überprüfen, neue Maßnahmen tatsächlich aufsetzen, beziehungsweise auch umsetzen in der Praxis. Und das stellt jedes Unternehmen natürlich vor Herausforderungen. Da braucht man eine gewisse Flexiblität, um sich auch schnell wieder neuen Marktgegebenheiten anzupassen. Und das merken wir natürlich auch in der alltäglichen Beratung, dass das immer wichtiger wird. Dass die Kunden natürlich überlegen, welche Projekte sie als nächstes angehen, welche Maßnahmen sie umsetzen. Und wie eine Nassauische Sparkasse die Kunden hier natürlich auch begleiten kann. Und gerade im Gesamtkontext ESG werden ja viele Transformationsprozesse angestoßen. Denn da geht’s ja immer um das Thema Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit. Und auch da haben wir ein großes Augenmerk drauf. Denn als Nassauische Sparkasse wollen wir natürlich einerseits unsere Kunden bei jeder Investition oder bei jeder Maßnahme, die zu einer Weiterentwicklung des Geschäftsmodells führt, begleiten. Aber auch mit einem speziellen Fokus auf Transformationsprozesse. Also dass wir auch einen Beitrag dazu leisten, eine Aktivität zur Reduzierung des Energieverbrauchs in Herstellungsprozessen oder Recyclingprozesse … und darauf haben wir in der Kundenberatung einen großen Fokus gelegt.“
Der Begriff ESG – Environmental, Social and Governance – also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung – steht für Rahmenbedingungen und Kriterien, nach denen inzwischen die nachhaltige und ethische Praxis von Unternehmen bewertet wird.
Gerade die Förderung von Seltenen Erden ist ein Thema, das in der Vergangenheit allerdings für viele Negativ-Schlagzeilen gesorgt hat, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit ging. Das weiß auch Tradium-Chef Matthias Rüth. Und viele seiner Kunden setzen seit einigen Jahren immer stärker auf nachhaltige Prozesse – natürlich auch bei den begehrten Rohstoffen.
O-TON Rüth: „Also die Seltenen Erden – stimmt, der Produktionsprozess war in früheren Jahren also auch unter dem Umweltschutzaspekt und so weiter eher kritisch zu sehen. Allerdings wurden da in den letzten Jahren seitens der chinesischen Behörden auch die notwendigen Schritte eingeleitet. Also sprich: Produzenten, die sich nicht an die Auflagen von heute gehalten haben, wurden auch konsequent geschlossen. So dass die heute verbliebenen Produzenten im Markt dann eben Dinge wie Umweltschutz oder auch Arbeitsschutz in ausreichendem Maße – also zumindest kein Vergleich zu früher – umsetzen. Und auch das sind alles Dinge, wie sie es angesprochen haben, die eben unsere Kunden von uns fordern in Form von einigen Bestätigungen. Das heißt, wenn da die Dokumentationskette seitens des Produzenten eben nicht lückenlos ist, er dann für uns eben auch kein potenzieller Lieferant ist. So dass da auch wieder der Markt sich selbständig reguliert.“
An dieser Stelle wird so mancher vielleicht kritisieren: Papier ist geduldig und schriftliche Dokumentationen müssen nicht immer ausnahmslos die ganze Wahrheit widerspiegeln. Auf diese Kritik gilt es auch für Matthias Rüth vorbereitet zu sein.
O-TON Rüth: „Was sie sagen, ist komplett richtig: Papier ist geduldig bekanntermaßen. Deswegen ist es für uns auch ein wichtiger Punkt, dass wir die Firmen regelmäßig besuchen, die sich ja auch weiterentwickeln. Und uns eben vor Ort ein eigenes Bild machen. Und das war natürlich die letzten Jahre nur äußerst limitiert möglich, aber jetzt sind wir wieder gut unterwegs und werden auch diese Firmen, die wir beispielsweise zwei, drei Jahre nicht besucht haben, jetzt wieder vor Ort besichtigen.“
„Wir sind wieder gut unterwegs“ hat Matthias Rüth gerade gesagt – und so würde wohl auch Lars Feißel von der Nassauischen Sparkasse urteilen. Denn auch wenn es schwer ist, in die Zukunft eines Unternehmens zu schauen, sagt der Finanzfachmann trotzdem:
O-TON Feißel: „Wenn ich den Herrn Rüth oder mich in zehn Jahren noch mal gemeinsam bei uns oder bei ihm vor Ort am Tisch sitzen sehe, dann auf jeden Fall mit einem Lächeln. Denn die Tradium GmbH, so wie ich sie kennengelernt habe, ist sehr flexibel aufgestellt… kann sich Herausforderungen, die uns im Alltag begegnen, sehr gut stellen… ist ihrer Zeit in einigen Dingen meiner Meinung nach auch schon voraus und trifft da auch den Zahn der Zeit und ist daher meines Erachtens sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Und das wollen wir natürlich auch weiterhin begleiten in Form von Transformationsprozessen, die angestoßen werden, so dass wir langfristig miteinander arbeiten.“
Und auch Tradium-Chef Rüth selbst schaut optimistisch in die Zukunft. Sonst hätte er wohl nicht gerade erst mit seinem Unternehmen einen weiteren neuen Standort in Frankfurt bezogen. Auch der Bunker wird als Lagerfläche langsam zu klein. Deshalb hält Rüth schon seit einiger Zeit Ausschau nach weiteren Möglichkeiten, um die strategischen Industrierohstoffe zu lagern. Falls sie zufällig also noch einen alten Bunker übrig haben sollten …
EIN Problem allerdings bereitet ihm durchaus ein bisschen Kopfzerbrechen: denn der viel zitierte Fachkräftemangel macht auch ihm zu schaffen. Verstärkung für sein Team aus rund 30 Beschäftigten zu finden, das ist seit Jahren alles andere als leicht.
O-TON Rüth: „Also ein bisschen Kopfzerbrechen wäre zu wenig. Also ich würde sagen [schmunzelt] richtig Kopfzerbrechen. Denn wir haben permanent stellen ausgeschrieben und unsere Erfolgsquote ist nicht gerade sehr prickelnd. Hängt vielleicht auch ein bisschen damit zusammen, dass jetzt durch Corona auch die Kriterien der verschiedenen Job-Interessenten sich verlagert haben. Also Work-Life-Balance und Homeoffice und so weiter, das sind dann alles Dinge, die in den ersten Minuten eines Bewerbungsgespräches [schmunzelt] zur Sprache gebracht werden. Und vielleicht muss sich da auch die Mentalität mal wieder ein bisschen ändern oder ein bisschen auf ein Normallevel kommen. Aber auch da ist es eine gewisse Fleißarbeit, sprich: eben viele Gespräche führen und insofern haben wir das auch in der Vergangenheit, wenn es auch manchmal ein bisschen geruckelt hat, aber unterm Strich auch da es recht kontinuierlich weiterentwickelt. Und vielleicht ist ja auch der eine oder andere Zuhörer dieses Podcasts jetzt interessiert an unserem Unternehmen, schaut da mal bisschen genauer hin und ist also herzlich eingeladen, auch mal eine Initiativbewerbung zu schicken.“
Na also, dann mal los. Dann können sie vielleicht demnächst sagen, ich verdiene mein Geld mit Hafnium, Indium, Rubidium, Dysprosium oder Neodym. Ist mit Sicherheit auf jeder Party ein echter Hinhörer.
Noch mehr Infos finden sie wie immer in den Shownotes dieser Folge.
DROP
Schön, dass sie wieder dabei waren.
Teaser auf kommende Folge?
Ich freue mich, wenn sie auch in der nächsten Folge wieder reinhören.
Bis dahin, machen Sie’s gut.