Das nachhaltige Chemieunternehmen - GECHEM GmbH & Co KG
Shownotes
Man sollte den Strom für den Betrieb möglichst selbst herstellen, damit man von den explodierenden Preisen etwas unabhängiger wird. Diesen Wunsch haben gerade viele Unternehmen. Martina Nighswonger von der Firma "Gechem" in Rheinland-Pfalz hatte schon vor dem Ukraine-Krieg begonnen, verstärkt auf das Thema Nachhaltigkeit zu setzen. Jetzt ist sie froh, dass die große Photovoltaik-Anlage schon bald einsatzbereit ist.
Aber nicht nur das Thema Energie treibt sie um. Sie will noch mehr umsetzen, um ihr Unternehmen zukunftssicher zu gestalten und mehr für das Klima zu tun.
Zu Gast:
Martina Nighswonger - Geschäftsführerin, GECHEM GmbH & Co KG
Norbert Leist - Ressortleiter Firmenkundenzentrum, Sparkasse Rhein-Haardt
https://www.sparkasse-rhein-haardt.de
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ONLINE SNIPPET:
O-TON Nighswonger: „[..] wir sind Chemie – ist ja immer ein bisschen mit Stirnrunzeln verbunden – und da haben wir gesagt, wollen wir in jedem Fall was machen, was in Richtung Nachhaltigkeit geht. [..] wir wollen – in Anführungszeichen – grüner werden. Und haben dann gesagt, wir werden unseren Strom zu einem großen Teil versuchen, selbst zu machen. Wir optimieren Heizung und auch das Thema Wasser und Abwasser war uns in dem Gesamtkontext wichtig.“
O-TON Nighswonger: „Wir werden mit der jetzigen Anlage, die wir gerade im Aufbau haben und die dieses Jahr an unser Netz geht, [...] – ich sage mal – 25 Prozent unseres Strombedarfs decken. Das ist gekommen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Erkenntnis, was hinterlassen wir eigentlich unserer nächsten Generation. Und wir haben nur diese eine Erde.“
Skript: Energiekosten senken und Klima schützen – Gechem
O-TON Nighswonger: „Wir werden mit der jetzigen Anlage, die wir gerade im Aufbau haben und die dieses Jahr an unser Netz geht, werden wir – ich sage mal – 25 Prozent unseres Strombedarfs decken. Das ist gekommen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Erkenntnis, was hinterlassen wir eigentlich unserer nächsten Generation. Und wir haben nur diese eine Erde.“
Jingle INTRO
Man sollte den Strom für den Betrieb möglichst selbst herstellen, damit man von den explodierenden Preisen etwas unabhängiger wird. Diesen Wunsch haben gerade viele Unternehmen. Martina Nighswonger von der Firma Gechem in Rheinland-Pfalz hatte schon vor dem Ukraine-Krieg begonnen, verstärkt auf das Thema Nachhaltigkeit zu setzen. Jetzt ist sie froh, dass die große Photovoltaik-Anlage schon bald einsatzbereit ist.
Aber nicht nur das Thema Energie treibt sie um – sie will noch mehr machen. Um ihr Unternehmen zukunftssicher zu machen und mehr für das Klima zu tun.
Und damit herzlich Willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts.
Jingle CLOSER
Sie kennen die Firma Gechem nicht? Komisch. Dabei haben Sie möglicherweise sogar einige ihrer Produkte in ihrem Haushalt. Martina Nighswonger ist geschäftsführende Gesellschafterin bei Gechem in Kleinkarlbach – eine halbe Stunde östlich von Kaiserslautern entfernt. Die Chefin ist überhaupt nicht böse darum, dass kaum jemand ihr Unternehmen kennt.
O-TON Nighswonger: „Wir stehen in ganz vielen Handelsketten oder Läden, aber keiner weiß, dass wir der eigentliche Produzent oder auch Entwickler der Rezeptur sind.“
Gechem ist ein Produzent für so genannte Private Label – also Eigenmarken von großen Handelsketten. Ganz bestimmt haben Sie etwas aus dem Hause Gechem Zuhause im Einsatz.
O-TON Nighswonger: „Dazu gehören Geschirrspültabs, WC-Tabs, Geräte-Entkalker und solche Dinge.
Mehr als 160 Jahre gibt es die Firma inzwischen schon. Ursprünglich waren Farben das Geschäft, dann wurde es die Agrarchemie mit Dünger und Pflanzenschutzmitteln und im Laufe der Zeit wechselte das Geschäftsfeld später unter anderem zu den Wasch- und Reinigungsmitteln. Ein sehr wichtiges Standbein ist heute außerdem die Lohnfertigung.
O-TON Nighswonger: „Zum Beispiel kommen Firmen auf uns zu, die sagen, wir haben hier einen Tankwagen mit irgendeiner Flüssigkeit. Können Sie das abfüllen in Dosen, in Kanister, in Fässer? Oder es kommen Firmen auf uns zu, die sagen, wir müssen verschiedene Rohstoffe gemischt bekommen, sowas in der Art. Das ist das Lohngeschäft, wo wir uns in einigen Branchen auch tummeln.“
Weil auf Chemie-Unternehmen häufig mit einem besonders kritischen Auge geschaut wird, hat man sich schon früh mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, erinnert sich Martina Nighswonger. Los ging es unter anderem mit einer ersten Photovoltaik-Anlage im Jahr 2007.
O-TON Nighswonger: „Weil wir einfach gesagt haben, wir sind Chemie – ist ja immer ein bisschen mit Stirnrunzeln verbunden – und da haben wir gesagt, wollen wir in jedem Fall was machen, was in Richtung Nachhaltigkeit geht. Haben aber dann Ende 2020 gesagt – da war dann auch dieser Wetterwandel mit Schlagregen und so, viel mehr präsent, und dann haben wir gesagt, wir wollen – in Anführungszeichen – grüner werden. Und haben dann gesagt, wir werden unseren Strom zu einem großen Teil versuchen, selbst zu machen. Wir optimieren Heizung und auch das Thema Wasser und Abwasser war uns in dem Gesamtkontext wichtig.“
Ein ganzes Ideen-Paket nennt die Chefin das. Und in kurzer Zeit wurde eine Menge bewegt. In einem ersten Schritt sind gerade vier große Produktions- und Lagerhallen auf dem Dach mit einer Photovoltaik-Anlage ausgerüstet worden. Und dabei geht es nicht mehr darum, den Strom für andere ins Netz einzuspeisen.
O-TON Nighswonger: „Wir werden mit der jetzigen Anlage, die wir gerade im Aufbau haben und die dieses Jahr an unser Netz geht, werden wir – ich sage mal – 25 Prozent unseres Strombedarfs decken.“
Früher ging es vielen Unternehmen mit Photovoltaik-Anlagen nicht so sehr darum, den Strom für den eigenen Verbrauch herzustellen, sagt Norbert Leist. Der Ressortleiter für Firmenkunden bei der Sparkasse Rhein-Haardt betreut Unternehmen ab 2,5 Millionen Euro Umsatz und stellt immer mehr ein Umdenken fest. Sowohl bei der Energie als auch generell beim Thema Nachhaltigkeit.
O-TON Leist: „Also Gechem ist aus meiner Sicht ein extremer Vorreiter an der Stelle, weil die Frau Nighswonger das aus ideologischen Gründen schon begonnen hat. Also das ist ja einmal das ganze Thema PV auf der Dachanlage, das ist aufgrund des chemienahen Charakters das ganze Thema Wasser-Recycling, was damit eine Rolle spielt, dann auch die Heizungsanlage, die eben entsprechend umgerüstet werden soll. Aber wir stellen schon fest, dass in der Vergangenheit die Dächer eher rentabilisiert worden sind, durch Investoren genutzt worden sind, und dass jetzt schon eher die Gedanken dazu da sind, die Dächer eben selber zu nutzen.“
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Energiekrise nimmt Leist in immer mehr Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern große Sorgen wahr. Die Gründe für Investitionen zum Beispiel in eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben sich verändert. Erst recht, seitdem sogar denkbar erscheint, dass beispielsweise die Stromversorgung zeitweise ausfallen könnte.
O-TON Leist: „Ja, wir kennen das ja gar nicht in Deutschland, das ganze Thema Engpass. Also zumindest jetzt nicht in der jüngeren Geschichte. Aber das ist schon ein Thema, was jetzt verstärkt in den Kopf reinkommt. Ich glaube, dass viele Unternehmen erst mal durch den allgemeinen Druck auf das Thema Nachhaltigkeit gekommen sind. Dann für sich aber auch den gewissen Charme erkannt haben, also ich glaube nicht, dass es nur Druck ist, sondern dass auch viel Ideologie dabei ist. Aber jetzt ist primär das Thema, behalte ich die Produktion am Laufen, wenn es tatsächlich zu Engpässen kommt oder zu einem kompletten Blackout?“
Auch bei Gechem hat man sich diese Frage gestellt. Zumal auch die Sonne auch in Rheinland-Pfalz nicht immer scheint. Deshalb hat das Unternehmen auch noch in einen Stromspeicher investiert, der immerhin 250 Kilowatt Entladeleistung liefern kann.
O-TON Nighswonger: „Das heißt, wenn die Sonne gerade mal nicht scheint – also morgens, wenn es dunkel ist im Winter – kann ich aus dem Speicher heraus notwendigen Strom/Energie ziehen, um zumindest die Tore aufzumachen, ich kann die Lichter anmachen, die PCs kriege ich zum Laufen und kann in diesem Betriebsteil anfangen, die LKWs zu beladen und entladen. Das heißt, ich kann den Betrieb starten. Das kann ich ja sonst, wenn Stromausfall ist, nicht. Das war auch der Grund, warum wir sehr intensiv diskutiert haben, was wir tun. Weil, wenn sie einen Tag Stromausfall haben in einem produzierenden Betrieb, da müssen sie mal sehen, wie sie die LKWs auf der Straße stapeln – und das geht halt nicht.“
Allerdings stellen die hohen Kosten von Stromspeichern immer noch eine Herausforderung dar, wenn es um die Selbstversorgung mit selbst erzeugtem Strom geht.
Wie geht man noch sinnvoller mit der Energie um? Wo kann man effizienter werden, wo sparen? Mit dem Energiemanagement beschäftigt man sich bei Gechem schon seit vielen Jahren. Immer wieder werden Dinge auf den Prüfstand gestellt, um zu sehen, wo optimiert werden kann.
O-TON Nighswonger: „Wo wir jedes Jahr versuchen, neue Einsparpotenziale zu heben. Also zum Beispiel arbeiten wir viel mit Druckluft – dass dann alle Ventile noch mal nachgeguckt werden, dass die Kompressoren gewartet werden. Dann haben wir das Heizungsthema – wir sind ein alter Standort – trotz allem wollen wir da auch eine Optimierung der Heizung. Wir haben uns entschlossen, was Gas angeht, nur noch so wenig Gas wie möglich zum Heizen zu brauchen. Nur noch ein Betriebsteil hat als Heizung Gas. Und in der Produktion haben wir uns alles angeschaut, wo Gas im Einsatz war, haben es auf die Elektrik umgeswitcht, weil wir ja da die Option haben, dann verstärkt selber den Strom zu machen. Also mit vielen, ich sag mal, viele viele Kleinigkeiten, die bringen auch etwas.“
Mehr auf Nachhaltigkeit setzen, verstärkt auf die gewohnten Produktionsabläufe schauen und sie hinterfragen – das beschäftige immer mehr Unternehmen, sagt auch Sparkassen-Firmenkundenberater Leist.
O-TON Leist: „Man kann sagen, seit dem Ukraine-Konflikt hat das noch mal angezogen. Also wir sprechen jetzt gerade über Energie – das ganze Thema Nachhaltigkeit betrifft ja mehr als nur Umweltschutz und Energie. Die Unternehmen sind schon länger, was das Thema Nachhaltigkeit angeht, in einem Entwicklungspfad. Aber gerade seit dem Ukraine-Konflikt ist das eigentlich das Thema Nummer eins in unseren Gesprächen mit den Kunden.“
Deshalb melden sich auch bei ihm viele Firmen, die über entsprechende Investitionen nachdenken.
O-TON Leist: „Was ein bisschen Unsicherheit reinbringt bei den Unternehmen, ist die ganze Fragestellung, wie geht’s weiter mit dem Thema Energie? Gibt’s vielleicht sogar Förderprogramme? Wird irgendwann die Selbstversorgung vielleicht sogar durch Zuschüsse schon subventioniert? Das heißt, wenn man jetzt investiert, profitiert man dann nicht von künftigen Zuschüssen. Das sind Themen, die aktuell die Unternehmer beschäftigen an der Stelle. Losgelöst jetzt mal davon, dass man so schnell jetzt eh nicht zur Umsetzung kommen kann.“
Martina Nighswonger haben diese Fragen nicht davon abgehalten, auf mehr Nachhaltigkeit zu setzen. Auch ohne mögliche Zuschüsse, die es vielleicht irgendwann für eine stärkere Selbstversorgung beim Strom geben könnte, denkt sie schon über einen weiteren Ausbau nach. Denn die neue Photovoltaik-Anlage, die noch in diesem Jahr den ersten Strom liefern soll, belegt gerade mal ein Drittel der möglichen Dachflächen.
O-TON Nighswonger: „Im kommenden Jahr will ich das Gleiche für den zweiten Betriebsteil zumindest mal in die Planung nehmen. Mal gucken, wie die Wirtschaft jetzt läuft. Ob sie stabil bleibt, oder ob’s jetzt dann doch irgendeine Katastrophe gibt.“
Denn die immer weiter steigenden Energiepreise sind längst nicht die einzige Herausforderung, mit der Gechem und viele andere Unternehmen zu kämpfen haben.
Schon seit Beginn der Corona-Krise kommt ein Problem zum nächsten in einer noch nie gekannten Geschwindigkeit. Dabei im täglichen Geschäft vernünftig die Preise zu kalkulieren, wird von Tag zu Tag schwieriger.
O-TON Nighswonger: „Wir haben Logistikprobleme: Die Logistik hat sich extrem verteuert. Also ein Container aus China oder woher auch immer – erst kam er nicht und ist sehr teuer – also Logistikprobleme. Rohstoffpreisentwicklungen, Packmittelpreisentwicklungen – also da sind uns die Preise sowieso schon davon gelaufen. Plus exorbitante Vorlaufzeiten. Ich muss Fässer bestellen mit fünf Monaten Vorlauf und habe keinen Preis.Und das spielt ja alles schon in die Preiskalkulation rein. Und on top kommt jetzt das Thema mit der Energie, wo keiner so ganz genau weiß – also ich kann es für unser Werk noch nicht genau greifen, was das konkret ausmachen wird und wie ich es eingerechnet kriege. Ist schwer.“
Trotz allem will sie das Thema Nachhaltigkeit auf dem weiteren Weg nicht vernachlässigen. Die Energieversorgung oder die Optimierung der Heizung sind wichtige Bausteine, aber längst nicht alles. Gerade in einem Betrieb wie Gechem spielt der Wasserverbrauch und auch das Abwasser eine wichtige Rolle. Also will Nighswonger auch an diesem Thema noch einiges im Unternehmen verbessern.
O-TON Nighswonger: „Weil auch Wasser ist ein sehr kostbares Gut. Und je weniger Wasser ich verbrauche – es wird Abwasser draus – da muss man auch die Balance halten. Aber Abwasser müssen wir dann ja auch je nach Belastung entsorgen. Die Entsorgung kostet Geld und die Verbrennung, da wo der Abfall verbrannt wird, das ist ja auch wieder energieintensiv. Im Ende der Kette hängt dann auch wieder Energie dran. Aber für mich ist es im Moment eher der Aspekt der Nachhaltigkeit.“
Und damit ist noch längst nicht das Ende erreicht. Denn viele Unternehmen stellen eines fest: Wenn man erst mal beginnt, über mehr Nachhaltigkeit in der Produktion nachzudenken, dann findet man immer weitere Stellschrauben.
O-TON Nighswonger: „Das nächste wird das Thema sein: Abfall – ist auch sehr energieträchtig. Wir versuchen so gut wie es geht, das Thema Abfall im Fokus zu haben, um eben auch wenig Abfallkosten zu erzeugen und damit ist ja hinten raus in den Betrieben der Entsorger ist ja auch wieder Energie gefragt. Also ganz viele Baustellen und ganz viele Stellschrauben. Ob im Betrieb die Verbräuche oder weitergehend das Wasser oder Abwasser ist oder auch der Abfall an sich.“
Auch bei Gechem konnte man feststellen, dass nicht nur die Umwelt profitiert, wenn man von den alten Pfaden abweicht. Im besten Fall lassen sich für eine bessere Klimabilanz zum Beispiel nicht nur Abfälle reduzieren, sondern auch wertvolle Rohstoffe und damit auch bares Geld einsparen.
O-TON Nighswonger: „Beispielsweise wenn sie Tabs machen – also Geschirrspültabs – und der Tab hat 20 Gramm, dann muss der ja in die Folie. Also dann muss der Tab genau das Gewicht haben und muss genau in der Folie sitzen. Da gibt’s immer Abfall. Zum Anfahren, wenn die drei Lagen haben, die Tabs, die sind orange und blau und weiß. Bis das Orange und Blau und Weiß sitzt und dann noch die 20 Gramm erreicht sind, haben sie immer ein bisschen Abfall. Diesen Abfall sammeln wir – sortenrein – und bereiten den wieder auf. Die Folie, der Rest der Folie wird getrennt und dann kann man so genannte Rezyklate der Rohstoffe sammeln und dann zu einem gewissen Prozentsatz oder aus einer eigenen Rezeptur entweder ein Pulver oder einen neuen Tab machen. Und das ist für mich halt etwas mit Nachhaltigkeit zu tun, weil das gute Rohstoffe sind und die müssen dann nicht auch noch entsorgt werden für teures Geld. Also die Schere geht nach zwei Enden auf.“
Einerseits lässt sich die teure Entsorgung in Teilen einsparen. Andererseits kann zumindest ein Teil der Rohstoffe, die früher weggeworfen wurden, wieder verwendet werden.
So lange ist es allerdings noch nicht her, da wurden Unternehmer noch belächelt, wenn sie für mehr Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen sorgen wollten. Schnell kam die Frage auf, ob sich das überhaupt rechnet. Auch angesichts globaler Konkurrenz, die sich möglicherweise zum Teil noch gar keine Gedanken um Umwelt und Klima macht und dann unter Umständen auch mit deutlich günstigeren Preisen für ihre Produkte am Markt sein kann.
Das Bild habe sich allerdings in den vergangenen Jahren immer stärker gewandelt, meint Finanzfachmann Norbert Leist. Aus einem kleinen Trend wurde eine immer größere Welle.
O-TON Leist: „Ja, das definitiv. Sie haben es angesprochen, in den vergangenen Jahren hat man vielleicht noch von einem Nachhaltigkeitstrend gesprochen. Ich glaube, dass wir mittlerweile in der Gesellschaft schon das als Grundsatz verankert haben, dass es die Ansprüche der Konsumenten sind, dass auch eben nachhaltig gehandelt wird an der Stelle. Und deswegen glaube ich, dass langfristig, wahrscheinlich sogar mittelfristig eigentlich kein Unternehmen mehr drumherum kommt. Wir müssen als Banken künftig ja auch das ganze Thema Nachhaltigkeit in unserem Rating berücksichtigen. Das wird dann noch mal ein bisschen Druck über die Finanzierungsseite mit reinbringen. Aber ich glaube, der gesellschaftliche Standard, die Erwartung in der Gesellschaft ist schon hoch genug, um eigentlich das Thema in jedem Unternehmen mit hoch zu bringen. Wie jeder Unternehmer das dann für sich bewertet, das muss er entscheiden. Für uns ist wichtig, man setzt sich mit den strategischen Fragestellungen auseinander und trifft seine unternehmerische Entscheidung. Und ob die dann zu uns passt als Finanzierungspartner, das muss man dann sehen.“
Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine wachsende Rolle – und unter anderem beim Thema Energie verstärkt die aktuelle Krise den Druck noch einmal an vielen Stellen, so der Eindruck von Martina Nighswonger.
O-TON Nighswonger: „Ja, eindeutige Antwort – es nimmt Fahrt auf. Manchmal vielleicht mir persönlich, weil ich auch ziemlich zackig unterwegs bin, ist vieles zu langsam. Ich bin immer „jetzt“ – ich will immer mit dem Kopf durch die Wand. So bin ich aber generell gestrickt [lacht] – nicht nur in Sachen Energie.“
DROP
Schön, dass sie wieder dabei waren.
Und wo wir schon beim Thema Energie sind: Haben Sie eine Ahnung, wie viel Strom Ihr Backofen verbraucht? Mit ein bis zwei Kilowatt pro Stunde gehört er durchaus zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt.
Jetzt stellen sie sich mal vor, was für ein Thema das in einer großen Bäckerei ist!
In der nächsten Folge sind wir in einer Bäckerei, die es schon seit mehr als 100 Jahren gibt. Mit mehr als 1.300 Mitarbeitern.
Da geht’s beim Thema Energieeffizienz ganz bestimmt nicht darum, kleine Brötchen zu backen.
Ich freue mich, wenn Sie dann wieder dabei sind!
Bis dahin, machen Sie’s gut.