Aus Verantwortung für das Klima - Laverana

Shownotes

Diesmal geht es um das Naturkosmetik-Unternehmen Laverana.

In einer Zeit, in der noch niemand von Naturkosmetik sprach, setzte Unternehmensgründer Thomas Haase aufs richtige Pferd mit der Marke Lavera. Fünf Mal in Folge wurde Laverana für nachhaltiges und ökologisches Handeln als Green Brand ausgezeichnet. Viel wichtiger für das Unternehmen sei allerdings der Weg dorthin. Vor allem die selbst auferlegten Zertifizierungskriterien in verschiedenen Bereichen zu erfüllen, bedeute immer wieder einen neuen Kraftakt. Auf diesem Wege hatte Laverana schon in den 90er Jahren das Ziel, nicht einfach nur Naturkosmetik herzustellen, sondern dabei auch strenge Regeln zu beachten.


Zu Gast:

Susann Vogel - Head of Communications & Sustainability, Laverana GmbH & Co. KG

https://www.laverana.com

https://www.lavera.de


Frank Rakel - UnternehmenskundenCenter, Sparkasse Hannover

https://www.sparkasse-hannover.de/de/home.html

Transkript anzeigen

Skript: Lavera – Eine Marke des Jahrhunderts wird noch nachhaltiger

O-TON Vogel (Seite 4): „Wir haben von Anfang versucht, nicht nur im Bereich Verpackungen so nachhaltig wie möglich zu sein, sondern wir haben uns auch im Umweltschutz stark engagiert. Wir haben uns um das Wohl der Tiere gekümmert, wir sind von Anfang an tierversuchsfrei. Weil einfach das so wichtig ist, dass wir im Einklang mit der Natur leben und natürlich auch unsere Produkte im Einklang mit der Natur herstellen.“

O-TON Vogel (Seite 5): […] Jeder Einzelne soll ja in den einzelnen Punkten versuchen, a) der Umwelt, b) seinen Mitarbeitern und c) das Unternehmen als solches natürlich voranzutreiben, es zu transformieren zum Thema Nachhaltigkeit, damit wir morgen eine bessere Zukunft haben. Und damit unsere Kinder morgen in dieser Welt auch noch leben können, um es mal ganz heroisch als solches auszudrücken.“

Jingle INTRO

Es fing alles an mit einer Creme.

Und zwar einer, die es NOCH NICHT gab.

Und damit herzlich willkommen bei einer neuen Folge unseres Podcasts. Heute geht es um das Naturkosmetik-Unternehmen Laverana. Deren Chefin für die Unternehmenskommunikation Susann Vogel haben wir gerade schon gehört.

Gegründet wurde Laverana von Thomas Haase, der wegen seiner eigenen Hautprobleme auf der Suche nach einer Creme für sich selbst war. Aber er fand keine, die er gut vertragen konnte. Also hat er sich gesagt: Dann mach‘ ich sie eben selbst.

Die Geburtsstunde einer Erfolgsgeschichte, bei der auch das Thema Nachhaltigkeit seitdem von Jahr zu Jahr eine immer größere Rolle spielt.

Jingle CLOSER

Ehrlich gesagt bin ich bei den Namen vor diesem Podcast ein bisschen durcheinander gekommen, deshalb klären wir erst mal kurz die Sache mit den Namen.

O-TON Vogel: „Lavera ist die Marke und Laverana heißt das Unternehmen.“

Das Unternehmen ist seit seiner Gründung in der Region Hannover zu Hause – inzwischen an drei Standorten.

Die Marke Lavera ist dagegen schon in mehr als 40 Ländern zu Hause. Denn die Naturkosmetik made in Germany ist längst ein internationaler Erfolg.

Und das alles, weil Unternehmensgründer Thomas Haase selbst wegen einer Neurodermitis eine sehr empfindliche Haut hat und er als junger Mann keine für ihn passende Creme finden konnte, erzählt Susann Vogel:

O-TON Vogel: „Er hat also in der Garage seiner Eltern angefangen, seine eigene Naturkosmetik herzustellen. Das war in den 70er Jahren.“

Während in einer kalifornischen Garage Steve Jobs und Steve Wozniak gerade den Grundstein für Apple legten, tüftelte Haase bereits als Teenager in Niedersachsen an natürlicher Kosmetik.

O-TON Vogel: „Er hat sich selbst mit Salben und mit Literatur zum Thema Naturkosmetik und natürlichen Inhaltsstoffen beschäftigt und hat eben wirklich in diesen 70er Jahren auch den ersten Lippenbalsam entwickelt, den wir heute noch in unserem Basis-Sensitiv-Sortiment haben. Und so kam es eben, dass er 1987 dann die Marke gegründet hat mit diesem Demokratisierungsanspruch. Das heißt: Echte Naturkosmetik für jeden verfügbar zu machen.“

In einer Zeit, in der noch niemand von Naturkosmetik sprach, setzte der Unternehmensgründer aufs richtige Pferd und sein Unternehmen wuchs von Jahr zu Jahr.

So erfolgreich, dass sich die Marke Lavera seit drei Jahren endgültig zu den ganz Großen zählen kann. So wie der Duden zum Beispiel für viele als DIE Marke für ein Wörterbuch steht, wurde auch Lavera als „Marke des Jahrhunderts“ ausgezeichnet.

O-TON Vogel: „Und wenn sie sich mal an das Beispiel ‚Tempo‘ erinnern – das kennen wir ja alle aus dem Alltag – , man sagt ganz oft, gib mir mal ein Tempo und meint eigentlich ein Taschentuch. Und diese Auszeichnung ‚Marke des Jahrhunderts‘ ist damit vergleichbar. Also wir stehen stellvertretend für das Segment Naturkosmetik, das kann uns auch niemand mehr wegnehmen. Und es gibt tatsächlich pro Segment nur eben eine Marke, die für die Kategorie als Synonym verwendet wird, weil sie diese Kategorie so maßgeblich mitgeprägt hat.“

Auszeichnungen räumt das Unternehmen inzwischen regelmäßig ab.

Mehrfach unter den Finalisten beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis … allein fünf Mal wurde Laverana für nachhaltiges und ökologisches Handeln als Green Brand geehrt … und für das Thema Nachhaltiges Handeln gab es unter anderem auch schon Auszeichnungen in Frankreich oder Großbritannien.

Viel wichtiger für das Unternehmen sei allerdings der Weg dorthin, sagt Susann Vogel. Denn vor allem die selbst auferlegten Zertifizierungskriterien in verschiedenen Bereichen zu erfüllen, bedeute immer wieder einen neuen Kraftakt.

Auf diesem Wege hatte Laverana schon in den 90er Jahren das Ziel, nicht einfach nur Naturkosmetik herzustellen, sondern dabei auch strenge Regeln zu beachten.

O-TON Vogel: „Dass wir uns dann zusammen mit Wettbewerbern in den 90er Jahren selbst auferlegt haben, nach bestimmten Qualitätskriterien zu arbeiten und in dem Zuge das Natrue-Siegel – die Zertifizierung, die inzwischen weltweit etabliert ist – gegründet haben, das hat die Entwicklung automatisch mit sich gebracht. Es geht darum, mittels dieser Siegel und Zertifizierungen Konsumenten und Verbrauchern am Regal auf den ersten Blick die Sicherheit zu geben, dass dieses Produkt wirklich Naturkosmetik ist.“

Aus heutiger Sicht ist Laverana eine echte Erfolgsgeschichte. In den Anfängen konnte das allerdings wohl niemand wirklich wissen, meint Frank Rakel von der Sparkasse Hannover. Seine Bank betreut die Kosmetikfirma von Anfang an, der Unternehmenskundenberater selbst auch schon seit mehr als 20 Jahren.

O-TON Rakel: „Rückblickend betrachtet, hat natürlich jeder und alles richtig gemacht. Aber das kann man natürlich seinerzeit gar nicht sagen. Und es war natürlich schon so, dass da entsprechend auch Startkapital benötigt wird und für ein Produktionsunternehmen ist es auch immer so, dass man Maschinen braucht, man braucht Produktionsstätten, man muss über die Vertriebswege nachdenken. Und das muss auch dem Einzelhandel dann erst mal erklärt werden, dass man hier ein Produkt hat, welches einen entsprechenden Absatzmarkt findet, das ist schon kein leichter Weg. Aber wie wir sehen, ist das der Firma Laverana hervorragend gelungen, und wir sind sehr froh, das entsprechend begleiten zu können.“

Für den Finanzfachmann ist ein Ende der Erfolgsgeschichte nicht in Sicht. Im Gegenteil. In einer Zeit, in der die Umwelt, die Natur, das Klima und das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielt, sieht er noch ein riesiges Potenzial für die Naturkosmetik.

Und so sieht es auch Susann Vogel von Laverana. Bisher liege der Anteil der Naturkosmetik am gesamten Kosmetik-Markt gerade mal bei 15 Prozent.

O-TON Vogel: „Das heißt, 85 Prozent sind davon konventionelle Kosmetik. Also 85 Prozent Cremen, Duschen, Seifen mit Mineralölen, Paraffinen, Silikonen, flüssigem und festem Mikroplastik – das ist alles in konventioneller Kosmetik noch enthalten und in Naturkosmetik eben nicht mehr. Und alles, was wir uns auf die Haut cremen oder duschen geht über die Dusche oder auch über andere Ausscheidungen automatisch in den biologischen Kreislauf wieder über.“

Naturkosmetik könne im biologischen Kreislauf auch natürlich wieder abgebaut werden. Das gehe bei konventionellen Kosmetikprodukten nicht.

O-TON Vogel: „Flüssiges und festes Mikroplastik lagern sich in Flusssedimenten ab, in unseren Meeren. Paraffine und Silikone sind nicht nur ungesund für unseren Körper und unsere Haut, sondern auch für die Umwelt. Das sind alles Stoffe, die wir weitestgehend minimieren müssen, um unsere Weltklimaziele zu erreichen.“

Es ist nicht verwunderlich, dass ein Unternehmen, das auf natürliche Inhaltsstoffe setzt, auch einen besonderen Blick auf die Umwelt und Nachhaltigkeit hat.

O-TON Vogel: „Wir haben von Anfang versucht, nicht nur im Bereich Verpackungen so nachhaltig wie möglich zu sein, sondern wir haben uns auch im Umweltschutz stark engagiert. Wir haben uns um das Wohl der Tiere gekümmert, wir sind von Anfang an tierversuchsfrei. Weil einfach das so wichtig ist, dass wir im Einklang mit der Natur leben und natürlich auch unsere Produkte im Einklang mit der Natur herstellen.“

Nachhaltigkeit spielt für immer mehr Firmen eine immer größere Rolle.

Konnten viele Menschen und auch Unternehmen mit dem Begriff vor ein paar Jahren noch wenig bis gar nichts anfangen, wird das Thema inzwischen immer wichtiger, bestätigt der Unternehmenskundenbetreuer Frank Rakel.

O-TON Rakel: „Wir spüren, dass die Kunden sich damit beschäftigen und dass die Kunden schon auch Veränderungen wünschen. Weil wir einfach sagen, wir können so nicht weiter machen, und wir wollen uns auch verändern, und wir haben hier eine Verantwortung, der wir auch gerecht werden wollen, um unseren Platz weiterhin zu behalten, um natürlich auch dann seitens unserer Kundschaft wahrgenommen zu werden als jemand, der diese erforderliche Veränderung auch aufnimmt, annimmt und auch versucht umzusetzen.“

Heutzutage sei es auch aus Bankensicht erforderlich, zum Beispiel mit Blick auf die so genannten ESG-Kriterien auf die Kreditvergabe zu achten. ESG, das steht für Environment, Social, Governance – also Umwelt, Soziales und eine verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Mehr auf Nachhaltigkeit zu achten, das bekämen die Banken in gewissem Rahmen heute sogar von der BaFin – also der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – gewissermaßen schon in die Bücher geschrieben, auf der anderen Seite habe man sich auch selbst längst mehr Ziele rund um das Thema Nachhaltigkeit gesetzt, sagt Rakel.

O-TON Rakel: „Auf der einen Seite, weil wir das selber wollen und auf der anderen Seite weil es uns auch vorgeschrieben wird. Und von daher ist es schon ein ganz wichtiger Punkt, den wir in den Gesprächen mit unseren Kunden angehen, um wirklich zu sagen: Natürlich muss die Wirtschaftlichkeit, die betriebswirtschaftliche Betrachtung einer Investition, einer Kreditaufnahme – beziehungsweise da steht ja immer eine Investition im Vordergrund, welches dann im Regelfall auch durch Kredite finanziert wird – muss natürlich gegeben sein. Aber sie müssen eben heutzutage nicht nur noch auf die reinen Zahlen gucken, sondern sie müssen eben auch dieses Thema Nachhaltigkeit – und da geht es wirklich um ganz einzelne Punkte wie Wasserverbräuche, Stromverbräuche in dem Unternehmen, wie ist das Unternehmen als solches im Mitarbeiterbereich aufgestellt, wie ist die Unternehmensführung, wie sind die Strategien – das sind alles diese Nachhaltigkeitsaspekte, die sie im Gespräch mit dem Kunden auch dokumentieren müssen.“

Und dabei gehe es nicht darum, einfach irgendetwas zu dokumentieren. Vielmehr seien es die Strategien und Philosophien der Unternehmen, die entsprechend ausgerichtet sein sollen. Es gehe nicht darum, irgendjemandem zu gefallen oder nur Vorschriften einzuhalten.

O-TON Rakel: „Sondern sie sollen das ja machen, damit es uns allen am Ende des Tages besser geht. Jeder Einzelne soll ja in den einzelnen Punkten versuchen, a) der Umwelt, b) seinen Mitarbeitern und c) das Unternehmen als solches natürlich voranzutreiben, es zu transformieren zum Thema Nachhaltigkeit, damit wir morgen eine bessere Zukunft haben. Und damit unsere Kinder morgen in dieser Welt auch noch leben können, um es mal ganz heroisch als solches auszudrücken.“

Für Unternehmen bedeuten solche Entwicklungen und Schritte zu mehr Nachhaltigkeit unter anderem nicht nur größere Investitionen, sondern auch ein Umdenken. Das sei im Großen genauso wie im Kleinen, selbst auf privater Ebene, meint Susann Vogel von Laverana.

Das Argument, die anderen kümmern sich doch auch nicht, warum also soll ich mich kümmern?, ist aus ihrer Sicht kein gutes Argument. Denn oft wisse man gar nicht, was andere schon alles tun, um nachhaltiger zu leben und zu wirtschaften.

O-TON Vogel: „In dem Moment, in dem ich bei mir selbst anfange und auf meinen Alltag und auf mich schaue und dort überlege, wie kann ich nachhaltiger leben, habe ich schon einen Beitrag geleistet. Und ja, das sind große Ziele, und natürlich überlegen viele Konsumenten, macht es wirklich einen Unterschied, ob ich jetzt diese Plastikverpackung kaufe oder nicht? Ja, macht es!"

Andererseits sei es aber auch kein Geheimnis, dass einen maßgeblichen Teil am Erreichen der Klimaziele die Unternehmen und die Industrie hätten, räumt Vogel ein.

O-TON Vogel: „Und das ist auch unter anderem ein Grund für uns, hier nicht müde zu werden, das Thema weiter zu strapazieren im positiven Sinne. Das heißt, weiter dafür zu kämpfen, dass noch mehr Menschen sich darüber bewusst werden, dass Nachhaltigkeit Teil unseres Lebens werden muss. Dass es im Kleinen anfängt bei einem nachhaltigen Shampoo oder Duschbad, bei einer eingesparten Mülltüte oder bei drei Plastikverpackungen weniger – wenn möglich, gar keine Plastikverpackungen mehr.“

Das sei auch die Aufgabe des Unternehmens, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen und Bewusstsein dafür zu schaffen. Gerade für ein Unternehmen sei mehr Nachhaltigkeit auch immer eine Investition, die gerade am Anfang kostenintensiver sein könne.

Susann Vogel ist aber davon überzeugt, dass mit solchen Investitionen auf lange Sicht nicht nur umweltverträglichere, sondern auch zukunftsfähigere Wege beschritten werden können.

O-TON Vogel: „Ein Beispiel dafür ist noch mal: Der Markt hatte vor drei Jahren noch nicht die Verpackung, die wir uns im Bereich Nachhaltigkeit für unsere Shampoos und Duschen und Bodylotionen gewünscht haben. Und dann sind wir auf einen Flaschenhersteller zugegangen und haben gemeinsam mit ihm eine Flasche aus 100 Prozent recyceltem Material entwickelt, die unsere Anforderungen an Produktsicherheit und Qualität erfüllen musste. Und auch das – können sie sich vorstellen – ist natürlich erst mal mit höheren Kosten verbunden. Aber wenn sich diese Flasche einfach dann etabliert und wir damit einen nachhaltigen Effekt erzielen, ist das auf lange Sicht die bessere Alternative…“

… erst recht, wenn der Naturkosmetikmarkt in Zukunft so weiter wächst, wie er es in den vergangenen Jahren getan hat.

Selbst wenn die Naturkosmetik bisher „nur“ 15 Prozent auf dem Gesamtmarkt ausmacht – es hat sich trotzdem schon vieles verändert

O-TON Vogel: „Das Schöne ist, wir stellen fest, wir haben inzwischen eine Vorbildfunktion oder eine Vorbildrolle. Denn wir können beobachten, dass es nicht wie früher, dass die Naturkosmetik sich an der konventionellen Kosmetik orientiert, sondern es hat sich inzwischen umgedreht. Die konventionelle Kosmetik orientiert sich an den Produktinnovationen der Naturkosmetik. Das können sie sehen, wenn sie vor dem Regal stehen, dass es ganz oft schon konventionelle Produkte gibt, wo drauf steht: Ohne Paraffine, ohne Silikone oder mit x Prozent natürlichen Inhaltsstoffen…“

Daran könne man sehen, dass die Naturkosmetik Einfluss auf die zurzeit noch übrigen 85 Prozent des Marktes haben könne. Außerdem glaubt Vogel, dass es in Zukunft mehr gesetzliche Vorgaben für alle Unternehmen geben werde, um die Weltklimaziele zu erreichen.

Auch Sparkassen-Finanzfachmann Frank Rakel ist davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit in Zukunft eine noch deutlich wachsende Rolle spielen wird. Noch sind es oft selbst auferlegte Ziele und Pläne, denen sich immer mehr Unternehmen unterwerfen, wie zum Beispiel bei Laverana. Das habe schon jetzt, erst recht aber in Zukunft durchaus auch Folgen, wenn es um die Vergabe von neuen Krediten geht.

O-TON Rakel: „Dann wird es insgesamt für ein Unternehmen wie Laverana auch zukünftig leichter sein, auch an Kredite zu kommen, um es mal platt zu sagen als wenn vielleicht ein Unternehmen da ist, das nicht so Pläne hat oder was nicht so sehr auf die Nachhaltigkeit guckt. Das wird zukünftig schon ein sehr bedeutender Teilaspekt sein in Kreditentscheidungen von Finanzinstituten, ob hier ein Nachhaltigkeitskonzept besteht oder nicht.“

Schon in absehbarer Zeit werde sich auch bei diesem Punkt die Spreu vom Weizen trennen, glaubt Rakel. Er hält es sogar für möglich …

O-TON Rakel: „… dass eben Unternehmen, die nicht auf die Karte Nachhaltigkeit setzen, es wirklich schwerer haben werden, am Kapitalmarkt sich Geld zu besorgen. Das gilt für kleine Unternehmen aber auch für große Unternehmen, weil die Kreditinstitute sich wirklich diesen Nachhaltigkeitsfaktoren in dem Sinne unterwerfen und ihre Kriterien danach ausrichten und eine Kreditvergabe vielleicht anfänglich nur verteuern, das heißt, der Zinssatz wird ein höherer sein. Dadurch werden die Kosten für so eine Investition natürlich auch höher sein. Aber im Extremfall, das wird man nicht ausschließen, vielleicht irgendwann sagen, es passt nicht zu uns, wir stehen hier für Kredite nicht zur Verfügung. Das ist heute vielleicht noch nicht so, aber wir sind auf dem Weg dahin, Schritt für Schritt uns dahin zu entwickeln.“

Die Sorge, dass man einen Kredit womöglich wegen fehlender Nachhaltigkeit nicht bekommt, dürfte bei Laverana auch in Zukunft wohl sehr gering sein. Das belegen nicht nur viele Auszeichnungen und Nominierungen rund um dieses Thema.

Die eigenen Mitarbeiter fahren zum Beispiel möglichst mit der Bahn und nicht mit dem Auto. Die Gabelstapler im Unternehmen sind elektrisch und es gibt einen ersten gasbetriebenen Lkw.

Das Unternehmen engagiert sich an unterschiedlichen Stellen weltweit, unter anderem in Kenia. Dort hat Laverana Wasserfilter für ein Dorf gespendet, damit die Frauen und Kinder kein Brennholz mehr sammeln müssen, um mit dem Feuer das Wasser abzukochen. Ganz nebenbei wurde dadurch auch die Krankheitsrate im Ort gesenkt.

In Peru werden Wälder geschützt. 400 Familien leben dort zum Beispiel mit der Hilfe von Laverana jetzt vom nachhaltigen Paranuss-Anbau. Daraus machen sie selbst Seifen und Shampoos, schützen nebenbei den Wald und ihren eigenen Lebensraum.

Auch die eigene Klimabilanz steht in dem Unternehmen immer wieder auf dem Prüfstand. Seit 2019 ist die Marke Lavera zum Beispiel klimaneutral.

O-TON Vogel: „Wir durchleuchten mit dieser Klimabilanz die gesamte Produktions- und Herstellungskette. Also wirklich von den Rohstoffen über die Produktion der Produkte, der Bulk-Masse – so heißt ja der Inhalt, im Fachsinne nennt man das Bulk – über die Herstellung bis hin zur Warenauslieferung und die Entsorgung der Verpackung durch den Konsumenten. Das ist alles im Rahmen dieser Klimabilanz abgebildet. Und dann schauen wir und setzen uns vor allem eigene Ziele, wo wir noch besser werden wollen. Das haben wir gerade auch im Rahmen der veröffentlichten Nachhaltigkeitsziele und der Nachhaltigkeitsstrategie, die wir uns selbst bis 2025 auferlegt haben, getan. Und ich kann sagen, dass das sehr ambitionierte Ziele sind und diese acht Nachhaltigkeitsziele wirklich zu den ambitioniertesten gerade im Markt zählen und wir uns selbst wirklich absichtlich so hohe Ziele auferlegt haben, um unseren Beitrag zum Erreichen der Weltklimaziele zu leisten.“

Zu diesen Zielen gehören Punkte wie zum Beispiel Wälder zu schützen und gezielt aufzuforsten – sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern.

Außerdem sollen daneben auch der Abfall weiter minimiert und Verpackungsmaterialien reduziert werden, zum Beispiel auch durch Nachfüllbeutel.

Das Unternehmen will zudem noch stärker Wasser und Strom sparen und außerdem energieeffizienter produzieren und in Zukunft soll ein Großteil des benötigten Stroms durch eine eigene Photovoltaik-Anlage selbst produziert werden.

Das klingt nicht nur nach einigem Aufwand, sondern ist es auch, sagt Susann Vogel. Es sei zum Beispiel gar nicht so einfach, wirklich genau auszurechnen, welche Verpackungen tatsächlich besser für die Klimabilanz sind. Ob aus recyceltem Material oder vielleicht doch lieber Glas? Das müsse man von Fall zu Fall genau unter die Lupe nehmen.

Ja, Nachhaltigkeit bedeutet Aufwand, gibt auch Frank Rakel von der Sparkasse Hannover zu. Aber daran komme man immer weniger vorbei. Deshalb appelliert er an Unternehmen, sich unbedingt mit dem Thema zu beschäftigen, wenn sie es noch nicht tun – und zwar bevor es immer stärker vorgeschrieben wird.

O-TON Rakel: „Es ist einfach wichtig für die Umwelt, für das Klima, für die Gesellschaft nicht darauf zu warten. Lassen sie sich helfen. Suchen sie sich im Zweifelsfall bei beratenden Unternehmen Unterstützung, um dieses Thema als solches irgendwo im Unternehmen zu bewegen. Wir, die Sparkassen, natürlich auch Finanzdienstleistungsinstitute, unterstützen hier gerne, weil das Thema brennt uns wirklich unter den Nägeln. Und wir sagen, es ist eben heute wichtig, dieses Thema als solches anzugehen und nicht erst morgen oder übermorgen. Warten sie nicht, sondern beschäftigen sie sich damit. Was können sie tun, was kann das Unternehmen tun, was können meine Mitarbeiter tun, um dieses Thema zu bewegen. Das ist uns wirklich ein echtes Anliegen, weil wir als Gesellschaft einfach dort aufgefordert sind, dort etwas zu tun.“

Und Susann Vogel ist sich absolut sicher: Nachhaltigkeit wird für jeden Einzelnen eine immer größere Rolle spielen – und spielen müssen.

O-TON Vogel: „Das ist ganz klar und das wird für uns alle im Alltag auch noch vielleicht am Anfang Einschränkungen geben, und ich glaube, das ist der einzige Weg. Wir wachsen, und die Weltbevölkerung wächst weiter. Wir sind immer mehr Menschen auf dieser Erde und wir müssen aufeinander Acht geben und vor allem Rücksicht nehmen. Und das fängt dabei an, wie viele Flüge mache ich im Jahr, muss ich wirklich immer mit dem Auto fahren? Das wird uns umtreiben und gleiches gilt für das Thema Wasser sparen und Energie sparen, auch da werden wir glaube ich noch einige Dinge in unserem Alltag, die wir jetzt so als selbstverständlich hinnehmen, ändern müssen, weil es gar nicht anders geht – aber es ist der einzige Weg.“

DROP

Schön, dass sie wieder dabei waren.

Ich freue mich, wenn Sie auch bei der nächsten Episode wieder reinhören.

Bis dahin, machen Sie’s gut.